Aji Amarillo Chilisorte

Aji Amarillo sind hauptsächlich in Peru verbreitete Chilis. Kaum eine andere Chilisorte wird dort so häufig verwendet, wie deren gelbe Früchte. In den Anden finden Sie wild wachsende Pflanzen auf dem Weg zu den historisch bedeutsamen Monumenten. Bereits die Inkas schätzten ihre Chilischoten. Vielleicht gab es diese Sorte schon vor 4.000 Jahren, doch damals hieß die Aji Amarillo garantiert noch nicht so.

Bild Aji Amarillo Chili

Der Name Aji hat seinen Ursprung bei den Ureinwohnern Amerikas. Die Bezeichnung „Aji“, für Chili wurde bereits im Tagebuch der ersten Kolumbus Reise 1492 erwähnt. Amarillo ist das spanische Wort für gelb. Vermutlich nannten spanische Konquistadoren diese Sorte um 1532 bei ihren heutigen Sortenamen. „Aji“ für Chili und „Amarillo“ für ihre kräftige, sonnen-gelbe Farbe.

Während die spanischen Eroberer im Reich der Inkas, Mayas und Azteken ihr Unwesen trieben, sorgten Sie für die Verbreitung der verschiedenen Chiliarten innerhalb von Mittel- und Südamerika

Für eine Chilipflanze der Capsicum baccatum Art wächst sie relativ niedrig. Zwar bleibt die Aji Amarillo mit 0,9 bis 1,5 Meter klein, doch aus ihr wird ein imposanter Busch. Erntereife Chilis sind rund 10 cm lang bei einem Durchmesser von 3 bis 4 cm. Wenn solch eine schöne Pflanze mit den sonnengelben Chilischoten voll hängt, ist es fantastischer Anblick. Für uns gehört sie mit zu den schönsten Chilipflanzen auf der Terrasse. Nicht riesig groß und doch beeindruckend.

 

Capsicum baccatum

Viele Chili-Pflanzen, die eine Größe von über 2 Metern erreichen gehörten der Gattung Capsicum baccatum an. Im Vergleich zur zu den anderen „beerenartigen“ baccatum Gewächsen, ist der Wuchs der Aji Amarillo gedrungener. Dieser Eindruck wird noch verstärkt durch Massen an kleinen Blätter, welche dicht an dicht hängen.

Wie alle Chili- und Paprika-Pflanzen stammt auch die Capsicum baccatum Art aus Amerika. Dort war sie bis ins 16. Jahrhundert hauptsächlich im Gebiet des heutigen Bolivien und Peru beheimatet. Bei Ausgrabungen stellten Archäologen fest, dass bereits vor 4.500 Jahren Chili von Inkas angebaut wurden.

An den Hängen der Anden herrschen aufgrund der geographischen Lage das ganze Jahr über relativ konstante Temperaturen von um die 20 °C. Aus diesem Grund bauen wir Aji’s gerne Indoor an. Im Sommer steht diese Art in ihren großen Blumenkübel auf Balkon und Terasse. Ein schöner Anblick, gerade wenn sie viele reife Chilischoten trägt, die in einem angenehmen, warmen gelb schillern.

Scoville & Schärfegrad

Aji Amarillo Chilisorten besitzen einen mittleren Schärfegrad. Die Schoten kommen auf etwa 2.500 bis 5.000 Scoville. Wie bei allen Chilis kann diese Schärfe nach oben und unten variieren. Gut können Sie diese Schärfe mit Jalapeños vergleichen. Nicht zu scharf aber auch kein Kindergeburtstag. Der Geschmack erinnert ebenfalls an Jalapeño-Schoten, nur etwas fruchtiger, ein Hauch süßlicher und mit einer deutlicheren Paprika-Note. Schwer zu beschreiben. Am besten Mal selber kosten.

Verarbeitung

Aji Amarillo Schoten lassen sich erstklassig zu Saucen, Dips, Pulver und Pasten verarbeiten. Alleine schon deren sonnen-gelbe Farbe sieht zum Reinbeißen aus. Eine südamerikanische Spezialität ist Cevice. Dies ist in Zitronensaft gegarter Fisch. Eine Garmethode ganz ohne Hitze.

Heilbutt oder Steinbutt haben ein feines, helles Fleisch. Der Fisch wird in etwa daumendicke Strifen geschnitten. Das ganze kommt in eine Schale und wird mit Zitronensaft übergossen. In Scheiben geschnittene Zwiebeln wird in vielen lateinamerikanischen Küchen auf dem Fisch verteilt. Für etwa 1,5 Stunden wird der Fisch, der mit Zitronensaft ganz bedeckt sein muss, im Kühlschrank deponiert.

Zum Schluß wird Cevice noch mit Koriander, Tomaten, Rocotos, Salz und etwas Zucker verfeinert. Dazu kommen entweder frische Chili-Schoten oder Amarillo Paste. Amarillo Chilipaste wird mit Knoblauch, Speiseöl und Zwiebeln zubereitet.

Amarillo Chilipaste

Um eine Tasse frische Amarillo Chilipaste herzustellen, benötigen Sie etwa 8 Aji Amarillo Schoten. Diese werden zuerst halbiert und deren Kerne herausgeschabt. Um die Paprikaschoten einfach häuten zu können, geht es für 5 Minuten in ein leicht köchelndes Wasserbad. Danach abtropfen lassen und abschrecken mit kaltem Wasser. Nun lässt sich die Haut leicht abziehen.

 

Es gibt aber ein kleines Problem. Das Abziehen der Haut gelingt uns selber nicht mit Handschuhen. Das heißt es bleibt nichts anderes übrig, als die Chili Finger später gründlich abzuwaschen. Vermeiden Sie es sich so lange an Auge, Nase und andere empfindliche Stellen zu fassen. Es brennt sonst dort höllisch.

Geschälten Schoten geben Sie zusammen mit:

  • 2 TL Zitronensaft
  • 2 TL Zucker
  • 2 EL Speiseöl
  • 2 Knoblauchzehe

in einem Küchenmixer. Einige Male den Mixer pulsieren, bis eine gleichmäßige Paste entsteht. Vielleicht müssen Sie noch etwas Sonnenblumen- oder Maisöl dazugeben. Zum Schluss mit ein oder zwei Prisen Salz abschmecken.

Chilipulver

In Kolumbien werden frische Amarillos auch als Aji Escabeche bezeichnet. Getrocknete Schoten werden „Cusqueno“ genannt. Daraus wird ein scharfes Chilipulver mit Mango Aroma gemahlen. Es passt ganz hervorragend zu Steaks, Fisch, Suppen und Pasta.

Da Sie die Früchte nur schwer in Europa bekommen, bauen Sie am besten selber Chilis an. Im Spätsommer wird geerntet. Im Backofen oder Dörrgerät lassen sich die selbst geernteten Früchte leicht trocknen. Danach geben Sie die getrockneten Cusqueno in einer Kaffeemühle oder Mörser. Nach dem mahlen zusammen mit ein Dutzend Reiskörner ist das Chilipulver mehrere Jahre haltbar. Bei dem unbeschreiblichen Geschmack wird es garantiert schneller aufgebraucht.

Aji Amarillo Pflanzen

Die Aji Amarillo ist einer schönsten Chilipflanzen die wir kennen. Ok, eigentlich sind alle Chili und Paprika-Pflanzen schön. Doch dieses Gewächs ist eine wahre Augenweide. Die Pflanze macht einen undurchdringlichen Eindruck, wenn Früchte und Blätter dicht beieinander wachsen. Sie wird etwa 90 – 150 cm hoch und hat fast den gleichen Durchmesser in der Krone.

In Ihrer Heimat, den Anden in Peru und Bolivien, wird es an den hängen der Berge gar nicht so warm. Zwischen 20 und 26 °C scheint sich die Aji Sorte ganz wohl zu fühlen. Sie ist eine perfekte Zimmerpflanze im Winter und ab Mai bis September für Balkon und Trasse. Im Haus müssen Sie wahrscheinlich mit Pflanzenlicht unterstützen. Chilis brauchen viel Licht.

Eine mächtige Pflanze braucht einen großen Kübel. Wir verwenden welche mit etwa 40 cm Aussenmaße. Das entspricht etwa 30 Liter Volumen für die Erde. Mit einem Rollbrett unter dem Kübel lässt sich die Pflanze schnell verschieben. Bei den ersten warmen Tagen im Frühjahr kann die Chilipflanze für ein paar Stunden in die Sonne auf dem Balkon. Vergessen Sie aber nicht, dass nach einer längeren Zeit hinter Glas, die Chili erst einen Sonnenschutz aufbauen muss.

Anzucht

Für Chilizüchter gibt es viele schöne, scharfe und knackige Momente. Zu den schönen Erlebnissen dürfte das Aufgehen der Samen gehören. In einem Gewächshaus sollten die Samen nach 8 bis 14 Tagen anfangen zu keimen. Es kann sich aber auch auf drei bis vier Wochen hinziehen. Ideal sind Bedienungen bei 24 – 27 °C. Unter 20 °C keimen die meisten Chilisamen nur sehr verhalten.

 

Die Keimdauer können Sie auch durch einweichen in lauwarmen Kamillentee verkürzen. Wir verwenden statt Tee verdünnten Zitronensaft. Am besten lesen Sie hier mehr über das Einweichen von Chilisamen.

Als Anzuchtsubstrat verwenden wir Kokos-Quelltopfe. Die Samen werden in etwa 0,5 – 1 Zentimeter Tiefe eingedrückt und mit Erde bedeckt. Schließlich sind Chilisamen Dunkelkeimer.

Eigentlich sagen wir an dieser Stelle, dass Sie Anfang Februar mit dem Aussaat beginnen sollten. Da es sich um eine mehrjährige Chilisorte handelt, die Sie garaniert mehrfach überwintern werden, können Sie jetzt auch gleich Samen besorgen und einpflanzen.

Mit LED Pflanzenlicht und einem beheizbaren Mini-Gewächshaus lassen sich Chilis auch im Winter gut anziehen. Dann geht es im Sommer nach draußen. Im Herbst geht es dann wieder in die Wohnung und bei ausreichenden Licht können Sie hier frisches Gemüse weiter ernten.

Pflege

Die Pflege ist nicht komplizierter als die von anderen Chili-Sorten. Vielleicht die Größe und das es sich um eine mehrjährige Art handelt, gilt sie nicht als Anfänger Chili-Sorte. Achten Sie auf auf einen hellen Standort der windgeschützt und warm ist. Eine Hauswand oder Balkon nach Süden ist zum Beispiel ein guter Platz an der Sonne.

Wichtig ist für die relativ große Chilipflanze ein ausreichend großer Topf. Weniger als 24 cm wird knapp. Sobald bei Chilis der Wurzelraum beengt ist, hört die Capsicum meist auch überirdisch auf zu wachsen. Außer bei Zierchilis sollte ein Blumentopf mindestens 10 Liter Erde fassen.


Chili-Erde

Gute Chilierde ist das A und O bei der Chilizucht. Man könnte fast sagen: Mit schlechter Erde werden Sie keinen Blumentopf gewinnen. Tomatenerde erfüllt die benötigten Eigenschaften schon ganz gut. Einen leicht sauren pH-Wert. Gute Aufnahme Fähigkeit für Wasser, ohne das Staunässe entsteht. Meist ist der Erde Kokosfasern beigemischt, was dafür sorgt, dass genug Lufteinschlüsse in der Bodenstruktur vorhanden ist. Kommt kein Sauerstoff an den Wurzeln der Chilis, fangen diese schnell an zu faulen und die Pflanze stirbt bald.

Wenn Sie mehr über Chilierde wissen möchten, können Sie hier mehr über das Thema weiterlesen.

Düngen

Erst wenn sich die ersten echten Blätter gebildet haben, wird gedüngt. Für Zimmer und Balkon-Pflanzen verwenden wir gerne Langzeitgranulat. Das ist sauber und riecht nicht. Nachdem Sie Samen gekeimt habe, sich weitere Blätter gebildet haben, werden die Aji Keimlinge umgetopft. In dem neuen Topf ist dann schon Chilierde mit Langzeitdünger versehen. Das reicht, je nach Düngersorte für mindestens einem Jahr.

Besonders ausgeklügeltes Granulat gibt die richtigen Nähstoffe zur richtigen Zeit ab. Anfangs mehr Stickstoff, später zur Blütezeit mehr Phosphor und Kalium. Auf dem Balkon haben wir noch ganz gute Erfahrung mit Kaffeesatz gemacht zum Düngen. Manchmal merkt man jedoch etwas Geruch, wenn es im Herbst wieder unter die Indoor Pflanzenlampe geht.

Ernte

Etwa 80 – 90 Tage nach der Blüte fangen die Chilis an ihre Farbe von Grün zu einem gelben bis orangenen Farbton zu wechseln. Erst ganz zum Schluss sehen Sie auf der grünen Schote den ersten gelben schimmer. Doch dann geht es schnell und nach wenigen Tagen ist die Schote gelb. Meist warten wir noch drei bis fünf Tage, bevor wir den Stiel am ersten drittel zur Pflanze durchtrennen.

Die meisten gelben Aji Chilischoten konnten wir im September ernten, obwohl wir schon Januar angefangen haben die Sorte zu ziehen. Wenn Sie diese Chili draußen anbauen möchten, sollten Sie zeitig im Jahr anfangen. März dürfte zu spät sein.

Überwinterung

Capsicum baccatum können leicht fünf Jahre alt werden. Nur wenige Chili-Arten vertragen leichten Frost. Aji Amarillo gehört auf jeden Fall nicht dazu. Bleiben die Temperaturen für mehrere Tage um die 15 °C fühlt sich Pflanze nicht mehr wohl. Dann wird es Zeit den Busch in die Wohnung zu holen.

Anfangs sind uns kurz danach viele Chilis eingegangen. Grund waren ein paar Spinnmilben und Blattläuse, die auf der Pflanze wenig Schaden angerichtet haben. Doch im Haus vermehren sich die Bister schlagartig. Nach einigen Tagen wird die Pflanze welk und erst dann merkt man erst die vielen feinen Fäden auf der Pflanze. Wenn Sie dann schnell handeln, ist noch nicht verloren.

Wir gießen jedoch schon ein paar Tagen vor dem hereinholen mit Neemöl. So kommen die Schädlinge erst gar nicht ins Haus, um sich dort breit zu machen. Seitdem wir Neemöl verwenden haben wir damit keine Probleme mehr.

Noch vor etwa fünf Jahren haben wir einige wenige Chilipflanzen unter Leuchstoffrörhen überwintern lassen. Mittlerweile sind LED Lampen recht günstig geworden. Diese verbrauchen auch nicht sonderlich viel Strom. Deswegen spendieren wir den schönsten Pflanzen im Winter gerne eine solche Lampe. Vorteil ist, wir können weiter Chilis ernten.

 
Ansonsten können Sie Pflanzen auch auf Sparflamme überwintern lassen. Am besten funktioniert das, wenn Sie die Chilis zurückschneiden.

Sortenname Aji Amarillo
Art Capsicum baccatum
Herkunft Peru, Bolivien
Pflanzengröße 90 – 150 cm
Reifedauer 80 – 90 Tage
Scoville 5.000 SHU
Keimdauer 8 – 14 Tage
Keimtemperatur 24 – 27 °C
Pflanzabstand min. 70 cm

Das könnte Sie auch interessieren:


Von Drache veröffentlicht am Montag, den 28.08.2017
Letzte Bearbeitung am 06.11.2017

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.