Bird’s Eye Chili

Birds Eye ist eine aus Afrika stammende Chilisorte. Unter anderem in Äthiopien wächst sie noch heute in freier Natur wild. Es sind kleine, aber produktive Chilipflanzen. So ist es nicht verwunderlich, dass sie auch landwirtschaftlich angebaut wird. Als Gewürz sind Birdeye Chilis weltweit beliebt. Besonders in Indien und Asien werden die Chilischoten gerne zum Kochen verwendet oder in Salat geschnitten.

Bild Birds Eye Chilipflanze

Die schmalen, roten Schoten finden Sie auch bei uns in Deutschland in Asia Shops. Dort werden Sie oft als Thai Chili, Thai Dragon oder Piri Piri verkauft. Auf englisch ist Bird der Vogel, Eye: das Auge. Übersetzt wäre der Begriff Vogelaugen-Chili treffend.

Chiliart

Etwas verwirrend ist, dass Pflanzen und Samen manchmal der Capsicum annuum oder Capsicum frutescens zugeordnet wird. Zu welche Art es sich im einzelnen handelt, können Sie allerdings schnell erkennen.

Auf den ersten Blick ähneln sich Birds Eye Chili-Pflanze wie ein Auge dem anderen. Es sind kleine buschige Pflänzchen mit schmalen Früchten. Die Schoten sind etwa 5 cm lang und haben einen Durchmesser von knapp einem Zentimeter.

Capsicum frutescens

Bei Birds eye Chilis der Capsicum frutescens Art sind deren Chilischoten teilweise zum Himmel gerichtet. Ähnlich wie bei Tabasco wachsen die Chilis in jeder Richtung. Einige davon sind kerzengerade nach oben gerichtet. Sie handelt sich dann um eine Sorte, die über 5 Jahre alt werden kann. Sie wird in manchen Fällen über zwei Meter hoch. Größere Anbaugebiete befinden sich in den indischen Bundesstaaten Meghalaya und Assam.

Reife Schoten sind etwa 100.000 Scoville scharf. Im Land der Schärfe eine willkommene Zutat in der Küche.

Capsicum annuum

Bei den Vertretern der Capsicum annuum Art, hängen die Chilischoten in Richtung Boden. Sonst unterscheiden Sie sich weder in der Länge noch im Durchmesser von denen der Frutescens Art. Schärfemäßig liegen diese ebenfalls bei etwa 100.000 SHU. Es sind aber auch bis zu 225.000 SHU möglich. Größere Anbaugebiete befinden sich hierbei in Thailand (Thai Hot), Indonesien, Laos und Vietnam.

Im weiteren Text werden wir uns auf die Capsicum frutescens Art beziehen, sofern wir dies nicht besonders erwähnen. Auf dem Bild oben sehen sie eine Art zu den Capsicum frutescens gehört. Erkennen können Sie das an an den nach oben gerichteten Blüten und Schoten.

 

Scoville und Schärfegrad

Auf der Scoville Skala liegen Birds Eye Chilis bei 100.000 Scoville Heat Units. Dies ist beim Schärfegrad 9 einzuordnen. Zum Vergleich: Tabasco Chili Schoten werden mit 50.000 Scoville nur halb so scharf. Thai Birdeye Chilischoten können mit bis zu 225.000 SHU den Vogel abschießen. Dies entspricht einem niedrigen Schärfegrad von 10.

Verwendung

Im Handel bekommen Sie Birds Eyes oft getrocknet. Die rot-orangenen Chilischoten haben einen transparenten Glanz und werden in Gewürzmühlen gefüllt. Für ungeübte Scharfesser scheint das frisch gemahlene Gewürz-Pulver in erster Linie sau scharf zu sein. Kenner mögen die tiefe Dimension vom afrikanischen Gewürz. Besonders beim Barbecue eine Bereicherung.

 

Wir verwenden gerne Vogelaugenchilis für scharfe Gerichte. Der Schärfegrad dieser Chilisorte liegt etwas unterhalb von Habanero. Für manche Gerichte ist die sonst leckere fruchtige Note von karibischen Habaneros störend. Hier greifen wir dann gerne zu getrockneten Birdeyes. Ein scharfes Piri Piri Brathähnchen ist ein fantastisches Samstag Abendmahl. Die Kombination der krossen Hähnchenhaut mit dem Feuer der Chili ist schlicht atemberaubend.

In der thailändischen Küche werden frisch gehackte „Thai Dragons“ zu Curry, Gemüse und Salat gegeben. Viele etliche landestypische Gerichte bekommen ihr Feuer von dieser bissigen Chilischoten. In Vietnam sind noch scharfe Suppen beliebt. Diese sind ganz oft mit Vogelaugen Chilis scharf gemacht.

Birds Eye Chili-Pflanze

Die Pflanzen wachsen zu einem prächtigen Busch. Sie können im Spätsommer mit einer üppigen Ernte rechnen, wenn der Strauch voller Schoten hängt. Capsicum annuum Pflanzen bleiben eher kleiner. Etwa 60 – 80 cm. Manche Bird Eyes Chilipflanzen der Capsicum frutescens Art werden bis zu zwei Meter hoch. Die Ähnlichkeit mit Lipstick Chili-Pflanzen ist recht groß.

 

In Afrika wird diese Chilisorte allgemein als Piri Piri bezeichnet. In Südostasien findet der Name Kochchi Verwendung. Im 17. Jahrhundert sorgten portugiesische und spanische Seefahrer für die Verbreitung in diesen Gebieten. Wie alle Chilis stammt auch die Birds Eye Pflanze aus Mittelamerika.

Anzucht

Ihre Anzucht aus Samen sollte im Januar oder Februar beginnen. Bis Mitte Mai können die Chilis sich gut auf einer Fensterbank eines Südfensters entwickeln. Zusätzliches Pflanzenlicht hilft den Pflänzchen schneller und gesünder zu wachsen. Bringen Sie hin und wieder Bewegung in Ihre Anzucht. In der Wohnung neigen Pflanzen dazu wenig stabil zu wachsen. Dem Beugen Sie mit einem Ventilator vor, den Sie ein bis zweimal pro Woche anschalten.

Zur Anzucht können Sie frische Samen von Thai Dragons aus dem Asia Shop nehmen. Sortenreines Saatgut bekommen Sie bei verschiedenen Chili-Samen Händler. Dort bekommen Sie getrocknete Samen, die in der Regel mehrere Jahre haltbar sind. Diese werden bestenfalls eingeweicht. Viele Chilizüchter verwenden Kamillentee. Wir schwören auf Zitronenwasser. Zum Thema Einweichen von Samen lesen Sie hier mehr.

In einem Gewächshaus keimen die Samen nach etwa 14 Tagen. Eine Keimtemperatur von 25 °C ist ausreichend. Vielleicht reicht ein preiswertes Fensterbank-Gewächshaus für ein paar Euro schon. Achten Sie dann auf einem warmen Platz. Mit der Hand spüren Sie am besten kalte oder warme Zonen am Fenster auf. Gegebenenfalls mit Moosgummi, Schaumstoff oder Papier die Unterseite des Gewächshauses isolieren.

Zuverlässiger ist ein beheizbares Gewächshaus. Wenn Sie vom Chili Fieber gepackt sind, werden Sie sich bestimmt mal eins holen. Darin fällt es Ihnen leichter auch schwierig anzuziehende Sorten zu züchten. Birdeyes sind weder besonders einfach, noch besonders kompliziert zum Keimen zu bringen. Haben Sie bei der Gradzahl die Wahl: 25 – 28 Grad Celsius ist ziemlich optimal.

Als Anzuchtsubstrat verwenden wir mittlerweile ausschließlich Kokosquelltabs. Machen wenig Dreck und sind nach einigen Minuten einsatzbereit. Nachdem diese gewässert wurden, werden die Samen knapp einen Zentimeter tief eingepflanzt.

Pflege

Vier Sachen sind besonders wichtig bei der Pflege von Chilis. Das wäre Wärme und Licht, lockere Erde, Wasser und Dünger.

Staunässe ist der Tod von Chilis. Dies vermeiden Sie mit einer gut strukturierten Erde. Diese darf nicht zusammenpappen und muss Luft an die Wurzeln lassen. Tomatenerde, mit Kokosfasern gemischt, ist zum Beispiel ein Garant für gutes Wurzelwachstum. Mit dem Gießen niemals übertreiben. Wie Sie erfühlen können, ob es Zeit ist für frisches Wasser, lesen Sie bitte hier nach. Dort erfahren Sie auch, was bei Wasser zu beachten ist.

Die Herkunft der Chilis ist in der Karibik. Bird Eye Chilis wachsen in warmen Regionen in Afrika und Asien. Werden Sie den Pflanzen gerecht mit einem Standort mit angenehmer Luftfeuchtigkeit, Wärme und Licht. In den dunklen Wintermonaten können Sie mit Pflanzenleuchten sich behelfen.

Düngen

Da der Name Birds Eye, also Vogelaugen Chili, uns auf die Nähe zu Vögeln hinweist, nehmen wir auf dem Balkon und im Garten Guano Dünger zur Versorgung mit Nährstoffen. Im Haus experimentieren wir gerade mit Tomaten-Düngerstäbe, was erfolgversprechend aussieht.

 

Ernten

Etwa 90 Tage, nach dem Ihre Chili geblüht hat und befruchtet wurde, wechseln die Chilis von grün nach rot. Viele Chilizüchter in ihrem ersten Jahr werden ungeduldig, da sie denken, dass die Chilis nie die Farbe wechseln. Geduld ist tatsächlich gefragt. Es dauert bis sich das Fruchtfleisch, Plazenta und vor allem die Samen ausgebildet haben.

Achten Sie auf erste Verfärbungen an der Krone oder Spitze. Setzt sie hier ein, geht es verhältnismäßig Blitzschnell. Wir lassen die roten Schoten noch mindestens fünf Tage hängen, damit sich Fruchtzucker, Schärfe und Aroma voll entwickeln kann.

Überwintern

Sowohl Capsicum annuum als auch frutescens sind mehrjährige Chilipflanzen. Annuum bedeutet zwar jährlich, das können Sie aber getrost vergessen. Vor über 200 Jahren hatte sich bei der Vergabe der botanischen Begriffe der Capsicum Gattung ein paar Ungereimtheiten eingeschlichen. Sie können beide Arten 2 – 3 bzw. 5 – 8 mal überwintern lassen. Wichtig ist natürlich kein Frost. Schon ab Nachttemperaturen von unter 10 °C fühlen sich die Pflanzen gar nicht mehr wohl.

Demnach fangen Sie mit den Vorbereitungen zum Überwintern schon im Oktober an. Eine ausführliche Anleitung zum Überwintern von Chilis finden Sie hier.

Sortenname Bird’s Eye Chili
Art Capsicum frutescens
Herkunft Afrika, Südostasien
Pflanzengröße 50 – 80 cm
Reifedauer 95 Tage
Scoville 100.000 SHU
Keimdauer 8 – 14 Tage
Keimtemperatur 25 – 28 °C
Pflanzabstand min. 50 cm

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Von Drache veröffentlicht am Freitag, den 14.04.2017
Letzte Bearbeitung am 30.07.2017

ein Kommentar

  1. Ihr tut den Leuten vermutlich keinen Gefallen hier.
    Sofern man die Bird’s eyes nicht in Deutschland bestellt, kommt man selten mit der „ist wie Piri Piri“ Variante raus.
    Es wird wo anders immer mehr Richtung 10 gehen.
    Da sie die Schaerfe auch recht gleichmaessig entfalten, haben unerfahrene hier dann 30 Minuten lang viel Spass.

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