Chili auf dem Balkon pflanzen

Chilis lassen sich herrlich auf Balkon anbauen und züchten. Sie sehen dekorativ aus und ihre exotischen Früchte lassen sich frisch in der Küche verwenden. Auf Anhieb fällt uns keine Balkonpflanze ein, die so viel Freude und Spaß macht.

In vielen Gärten sind Chili und Paprikapflanzen die Lieblinge des Gärtners. Wenn Sie keinen Garten haben, ist es noch lange kein Grund keine Chilis anzubauen. Sie sind lediglich etwas eingeschränkter im Platz. Deswegen bevorzugen Sie kleine Chilisorten.

Bild Balkon Pflanzen

Ideal sind Balkone, die nach Süden ausgerichtet sind, damit Ihre Chilis direkte Mittagssonne bekommt. Chilipflanzen sollten mindestens fünf Stunden Sonnenlicht tanken. Ist Ihr Balkon auf der West oder Ostseite können Sie sich ebenfalls auf eine gute, wenn nicht üppige Ernte freuen! Lassen Sie den Kopf nicht hängen, wenn Sie nur über einen Nord-Balkon verfügen. Ziehen Sie die Pflanzen unter LED-Pflanzenleuchten früh genug an.

Vielleicht müssen Sie im Herbst auch die Früchte unter Pflanzenlicht im Haus reif werden lassen. Pflanzen Sie Ihre Zierchilis dann in Blumentöpfe. Damit können Sie leichter den Standort wechseln.

Nicht jeder Topf und Balkonkasten ist für Chilipflanzen gleich gut geeignet. Ihre Blumentöpfe sollten einen Durchmesser von 20 cm nicht unterschreiten. Wenn es der Platz zulässt, wählen Sie größere Pflanzgefäße von etwa 30 cm. Bei geringeren Volumen kann die Erde nicht viel Flüssigkeit speichern. Wie Sie hier lesen, ist dieses Handicap aber auch leicht lösbar.

Chilisorten für den Balkon

Für den Balkon sind Chilisorten interessant, welche nicht größer als 80 oder 90 cm werden. Von solchen Capsicum Sorten gibt es reichlich Auswahl. Auch größere Sorten können Sie müssen Sie nicht ausschließen, Chilis passen sich dem zu Verfügung stehenden Platz an. In der Regel ist das Nadelöhr ein zu kleiner Topf. Ist wenig Wurzelraum zur Verfügung, so bleibt die Pflanze auch kleiner und produziert weniger Chilischoten.

Ihre Pflanzen ziehen Sie schon im Januar in der Wohnung vor. Nach den Eisheiligen, Mitte Mai können Sie Ihre Gemüsepflanzen dann auf dem Balkon oder Terrasse setzen. Lesen Sie hier, wie Sie Chilisamen einpflanzen und vorziehen. Haben Sie bis März den Zeitpunkt verpasst, können Sie prächtig Pflanzen online bestellen.

Sonniger Balkon

Habanero brauchen viel Sonne und Wärme. Beides ist reichlich vorhanden auf einem sonnigen Loggia. Die Chilis aus der Karibik werden leicht fünf Jahre alt. Sie müssen dann Ihre Habaneros im Haus überwintern lassen. Wir kennen zig Chilizüchter, die ihre Pflanzen unter Kunstlicht im Keller durch den Winter bringen. Achten Sie bei der Auswahl auf kleinere, buschige Capsicum chinense Chilisorten.

Dutch Habanero Chili

Dutch Habaneros wurden in Holland gezüchtet. Die Früchte sind ungewöhnlich für Habaneros geformt, schmecken aber sogar noch fruchtiger. An einer Balkonpflanze können unvorstellbare Mengen wachsen, wenn Nährstoffe, Wasser und Sonne ausreichend zur Verfügung stehen. Mit etwa 75.000 Scoville sind die Habaneros schön scharf.

 

Habanero White

Eine geschmackvolle Pflanze für den Balkon sind Habaneros White. Es ist ein kleines Gewächs von etwa 50 cm Höhe. Früchte und Pflanze sind scharfe Eyecatcher. Ohne Mühe erreichen ihre Habaneros 300.000 Scoville. Sie sind gegenüber den typischen Habaneros weniger faltig, sondern haben eine glatte Oberfläche.

Royal Black Chili

Chili Royal Black sind so dunkelviolett, dass die Pflanze im richtigen Licht pechschwarz erscheint. Es handelt sich um eine Capsicum annuum Art, die gut auch auf der Fensterbank zu pflegen ist. Gezüchtet wurde die Sorte in den USA und es wurde bei der Auswahl auf Robustheit geachtet. Sie kann auch unter nicht so günstigen Umständen viele rote Chilischoten produzieren. Bevor die Chilis rot werden erscheinen sie wie die Blätter der Pflanze in schwarz.

 

Schattiger Balkon

Sibirischer Hauspaprika

Wer hätte das gedacht, die Paprikapflanze wird in Sibirien angebaut. Der Sommer ist dort kurz und es folgt eine extreme Kälte im Winter. Daher wurde die Pflanze auf schnellen wuchs und frühe Ernte gezüchtet.

Es handelt sich um eine Capsicum annuum Art, die Sie häufig einmal in der Wohnung überwintern lassen können. Draußen geht sie beim ersten Frost ein. Es handelt sich um eine schöne Sorte für die Masse.

Nichts Außergewöhnliches, jedoch einfach beim Anbau, frühe Ernte und die Chilis sind perfekt für Gulasch und Salsa. Diese etwa 70 cm großen Pflanzen werden eigentlich immer etwas.

NuMex Twilight

Eine wunderschöne Zwerg-Chili. Sie wird nur 30 – 40 cm hoch. Sie sieht komplett anders aus als die meisten anderen Chilisorten. Kleinblättrig mit Chilischoten, die in den unterschiedlichen Reifestadien in zig Farben leuchten. Auch, das die NuMex Twilight leicht zu pflegen ist, macht sie so einzigartig für den Balkon.

 

Patio Fire

Der Name der Patio Fire kommt von ihren Früchten, die an Feuerzungen erinnern. Die kleinen Pflanzen sind robust und bleiben meist deutlich kleiner als 50 cm. Die milde Schärfe von etwa 500 Scoville lädt zum Pflücken und knabbern ein. Sie mag zwar wie alle Capsicum Gewächse viel Licht, gedeiht aber auch im Schatten ganz okay.

Blumenkästen & Töpfe

Eine besondere Herausforderung auf dem Balkon ist direkte Sonne, Wärme und wenig Erdreich, welche den Pflanzen zu Verfügung steht. Wenig Erde bedeutet nicht nur einen geringen Nährstoff-Puffer, sondern auch wenig Vorrat an Feuchte.

Beide Problem lassen sich jedoch einfach lösen. Am sinnvollsten sind Balkonkästen mit Wasserspeicher. In der Mittagshitze werden Sie es kaum schaffen, regelmäßig zu gießen. Und Sie sind können auch nicht immer da sein. Durch einen eingebauten Wasserspeicher reicht es meist einmal am Tag, am besten Abends, Gemüsepflanzen zu gießen und den doppelten Boden mit Wasser aufzufüllen.

 

Bevor wir unsere vorgezogenen Chilipflanzen in die Erde setzen, düngen wir diese mit Langzeitdünger. Wir bevorzugen dabei eine Granulat-Form. Damit haben unsere Pflanzen das ganze Jahr über Nährstoffe zur Verfügung. Gute Dünger stellen am Anfang der Saison mehr Stickstoff für das Wachstum bereit, später mehr Phosphat und Kalium für Blüten und Fruchtbildung.
Neben Blumenkästen bekommen Sie auch Pflanzcontainer und Kübel mit Wasserstandsanzeiger und Vorratsbehälter.

Sollten die Pflanzen doch mehr Wasser benötigen, während einer Hitzeperiode, können Sie mit Bewässerungssystemen weiter unterstützen. Auch bei kurzen Reisen helfen
Bewässerungskegel und Wasserkugeln.

Erde

Für Capsicum-Pflanzen verwenden Sie besser keine übliche Garten-Erde. Diese lieben einen leicht sauren Boden. Ein pH-Wert von 6,5 ist für fast alle Chilisorten optimal. Bei ungeeignetem Substrat bekommt Ihre Chili-Pflanze nasse Füße und reagieren prompt darauf. Sie gehen dann ruckzuck ein.

Wir verwenden für unsere Chilierde ein Gemisch von Tomatenerde, Kokoserde und Perlite. Tomatenerde ist auf unser Nachtschattengewächs gut eingestellt. Kokosfasern verleiht den Boden eine feste Struktur, die sich nicht verdichtet. Angenehmer Nebeneffekt ist das Kokoserde viel Wasser aufnehmen kann. Perlite macht den Boden zusätzlich luftdurchlässiger.

 

Eine perfekte Kombi, aus etwa 60 % Erde für Tomaten, 35 % Kokosfasern und 5 % Perlite, mischen wir uns meist selber.
Wem dies zu Aufwendig ist, kann zu spezieller Paprika-Erde greifen oder eine Anzuchterde verwenden mit enthaltenen Perlit. In Kräuter und Anzuchterde sind wenig Nährstoffe. Düngen Sie dann gleich nach.

Pflege

Chilipflanzen im Topf zu pflegen bedarf es etwas mehr Aufmerksamkeit, als für ihre Kumpels im Garten oder Gewächshaus. Im Blumentopf hat die Pflanze wenig Erde und somit auch eine kleinere Pufferzone. Der Boden trocknet schneller aus und eine Überdüngung kann schnell geschehen. Kalk aus hartem Gießwasser reichert sich schneller an. Kann überschüssiges Wasser nicht abfließen kommt es zu Staunässe. Ist Ihre Pflanze durch solche Stressfaktoren angeschlagen, verbreiten sich zu allem übel auch noch Ungeziefer auf Blättern und an der Wurzel.

Gießen

Halten Sie daher Ihre Balkonpflanzen immer gut im Auge. Überprüfen Sie Bodenfeuchtigkeit zum Beispiel mit den Fingern. Vermeiden Sie hartes Wasser zum Gießen. Sei es durch Sammeln von Regenwasser oder dem verdünnen mit weichem Wasser. Achten Sie auch darauf, das Gießwasser in etwa die Umgebungstemperatur hat.

Einen Tipp, der sich bei uns bewährt hat: wir benutzen einen 5 Liter Drucksprüher. Mit diesen können unsere Chilis begießen. Jeweils morgens und abends wird damit gegossen. Wenn die Sonne nicht direkt auf die Chili-Blätter scheint, werden diese eingenebelt. Gerade Habaneros mögen eine hohe Luftfeuchtigkeit und mögen die Dusche. Nach dem Gießen wird gleich mit Wasser aufgefüllt. Damit hat die Flüssigkeit bis zum nächsten Gießen Zeit sich an die Umgebung anzupassen. Da das Gießwasser luftdicht abgeschlossen ist, kommt es auch zu keiner Geruchsbelästigung durch modern.

Damit bei Wärme die Feuchtigkeit nicht zu schnell verdunstet, können Sie auch Holzhäcksel zwischen den Pflanzen streuen. Wir haben auch keine negativen Erfahrungen gemacht mit Rindenmulch gemacht. Rindenmulch enthält Gerbstoffe, die das Wachstum von Unkraut behindern. Ebenfalls soll es den Boden etwas saurer machen. Unter Umständen eine sinnvolle Eigenschaft. In beiden Fällen verdunstet Wasser nicht so schnell und es fördert das Bodenleben.

Düngen

Flüssigen Dünger dürfen Sie niemals auf trockene Wurzeln. Die Nährsalze würden sofort die Wurzeln zerstören. Organischer Dünger ist zwar für Chilipflanzen ziemlich das Beste, hat aber den Nachteil, dass er häufig stinkt. Wir haben uns mit Langzeitdünger in Granulatform angefreundet.

 

Blüten selber bestäuben

Auf dem Balkon kann es Windgeschützt sein und Bienen sind nicht so häufig anzutreffen. Dann kann es Ihnen passieren, dass die Blüten ohne bestäubt zu werden abfallen. Soviel sei verraten: Sie können das mit einem weichen Pinsel selbst in die Hand nehmen. Mehr zum Bestäuben von Chili-Blüten lesen Sie hier nach.

Erntezeit Chilis

Nachdem Chiliblüten befruchtet wurde, vergehen etwa drei Monate bis zur Ernte. Sie erkennen zuerst einen dezenten Farbwechsel. Nach langen warten, geht es dann aber recht schnell. Die Reifezeit hängt vom Klima ab. Viele Chili-Pflanzen, die für den Balkon geeignet sind, brauchen etwa 80 Tage von der Blüte bis zu Reif zu werden.

Dazu zählen Jalapeño, Thai Hot, Serrano, Mirasol und Cayenne. Wenn Sie Ihre Chilis schon im Januar vorgezogen haben, kann die Erntezeit schon im Juli beginnen. Bei den meisten Chili-Züchter geht es erst im August und September richtig los.

Nur wenige Chilis werden grün geerntet. Ein bekannter Vertreter der Chilischoten, die auch unreif schmecken dürfte die Jalapeño sein. Bei allen anderen warten Sie bis die Schoten komplett zu ihrer Reifen Farbe gewechselt haben plus drei bis fünf Tage um Aroma und Süße ganz auszubilden.

Das Schöne beim Anbau von Chilis auf dem Balkon ist, dass der Weg in die Küche oder Herd nicht besonders weit ist. So haben Sie immer frisches, knackiges und vor allem scharfes Gemüse griffbereit.

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Von Drache veröffentlicht am Dienstag, den 30.05.2017
Letzte Bearbeitung am 30.07.2017

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