Chilis überwintern

Kaum tragen Chilis viele Früchte, endet auch schon draußen die kurze Saison. Nachts nähert sich das Thermometer gefährlich nahe dem Nullpunkt. Spätestens jetzt sollten Sie über ein Überwintern der Chilipflanzen nachdenken. Der Aufwand lohnt sich auf jeden Fall. Manche Chilisorte kann locker 10 Jahre alt werden. Natürlich nur, wenn Sie vor Frost und Schnee geschützt wird.

So haben Sie auch im nächsten Jahr etwas von den mühevoll angezogenen Sämlingen. Chili-Pflanzen, welche im Haus überwintern, haben einen deutlichen Vorsprung gegenüber denen die Sie neu aus Samen ziehen müssten.

Bild Chilis im Kübel

Überwinterung

Chilis mögen Wärme und gehen bei Frost ein. Bei Nacht-Temperaturen unter 14 °C wachsen Paprika-Pflanzen merklich langsamer. Bleiben die Grad-Zahlen dauerhaft unter 13 °C, verlieren gerade wärme-liebende Arten der Capsicum chinense ihre Blätter und sehen kränklich aus. Rocotos sind da schon etwas weniger kälteempfindlich. Einen Temperatur-Unterschied am Tag (15 °C) und nachts von 8 °C ist für Capsicum pubescens oft kein Problem.

Geeignete Chili-Sorten

Jede Chili, ob einjährig oder mehrjährig, ist zum Überwintern geeignet. Wenn die Temperaturen im Herbst fallen, sollten Sie zuerst Habanero-Pflanzen in die Wohnung holen. Oft sind besonders scharfe Sorten auch gegenüber fallenden Graden empfindlicher. Deswegen haben Bhut Jolokia, die Ghost Chili vor Jalapeño und Tabasco Vorrang. Ganz zum Schluss bereiten Sie Ihre Rocoto-Gewächse zum Überwintern vor.

Zeitpunkt

Im September fallen die Temperaturen schon mal auf 12 °C in der Nacht. Im Oktober sind Temperaturen von unter 8 °C keine Seltenheit. Demnach sollten, außer Capsicum pubescens Pflanzen, im Laufe des Septembers rein geholt werden. Für Rocotos haben Sie bis Oktober noch Zeit. Vorsichtshalber können Sie sich um einen Frostwarner kümmern oder studieren Wettervorhersagen in diesem Zeitraum genauesten.

 

Wohnung

Überwintern können Chilis am einfachsten in der Wohnung. Ideal ist ein helles Zimmer mit einem großen Fenster in südlicher Richtung. Ein beheizter Wintergarten oder Gewächshaus ist als Standort eine gute Wahl. Denken Sie daran, dass die Pflanzen bei wenig Licht und Temperaturen unter 15 °C anfällig sind gegenüber Krankheiten.

Pflanzenlicht

Optimaler weise beugen Sie Lichtmangel vor, in dem Sie mit künstlichen Pflanzenlicht die Pflanzen aufhellen. Mit Unterstützung von Pflanzenlampen oder Leuchtstoffröhren können Sie sogar Chilipflanzen im Keller oder Dachboden für die Winterzeit unterstellen.

 

Es ist ohne hohe Energiekosten möglich, weiter von den Chilis auch im in einem sonst dunklen Raum weiter zu Ernten. Einen kleinen Einblick für das richtige Licht geben wir in diesem Beitrag.

Überwinterungs-Service in Gärtnereien

Falls Sie zu wenig Platz in der Wohnung haben und nicht Geld in einem beheizten Gewächshaus investieren möchten, gibt es eine Lösung. Einige Gärtnereien bieten einen Überwinterungs-Service für Pflanzen an. Ein solches Angebot richtet sich meist an Besitzer mit hochwertigen Kübelpflanzen.

Sicherlich kann man geteilter Meinung sein, ob es sich mit den damit verbundenen Kosten für Chilis lohnt. Bei den Gärtnereien, welche solch einen Service Anbieten, werden Pflanzen aber auch Profihaft umsorgt.

Anleitung zum Überwintern

Eine Woche bevor wir Chili-Pflanzen rein-holen, gibt es eine Neemkur. Im Haus verbreiten sich Schädlinge auf den Pflanzen wie der Blitz. Schuld daran sind fehlende Nützlinge und ein trockenes Klima durch Heizungsluft. Um das Ausbreiten von blinden Passagieren auf der Pflanze von Anfang zu unterbinden, wird mit System gegen Blattläuse, Spinnmilben und Co vorgegangen. Lassen Sie sich im Baumarkt beraten, wie gesagt, unsere Erfahrung nach ist Neemöl empfehlenswert.

Jetzt müssen Sie sich entscheiden zwischen einer offensiven oder defensiven Überwinterungs-Strategie. Bringen Sie Chili-Pflanzen defensiv über den Winter, fahren Sie die Funktionen der Pflanze auf ein Minimum zurück. Nur das Überleben zählt. Bei der offensiveren Variante sorgen Sie mit künstlicher Beleuchtung, Klima und Wurzelraum für viele gesunde Chilischoten auch im Winter.

Rückschnitt und Umtopfen

Die übliche Methode Chilis zu überwintern, ist diese zurück-schneiden und in kleine Töpfe zu pflanzen. Es werden die Zweige bis die erste Verzweigung zurück geschnitten. Was stehen bleibt ist eine etwa 15 cm hohe Astgabel mit einigen Blättern und Nodien aus denen neue Äste und Blätter entstehen können.

 

Vorteil dieser Art der Überwinterung ist es, dass Sie viele Chilis auf einer sonnigen Fensterbank überwintern lassen können. In diesem Video auf YouTube bekommen Sie eine gute Anleitung. Gießen Sie behutsam und mit wenig Wasser. Anfang des neuen Jahres wird die Pflanze wieder austreiben und neue Blätter bilden.

Ernte auch in der kalten Jahreszeit

Die zweite Variante können Sie nur machen, wenn Sie keinen Besuch von der Polizei haben. Im Keller, leerstehenden Raum, Dachboden oder Garage bauen Sie sich eine Plantage. Mit viel Licht, wärme und einer hohen Luftfeuchtigkeit. Das Equipment können Sie in sogenannten Growshops erwerben, oder Sie bauen sich Ihre Indoor Anlage selbst. Für die Beleuchtung sorgen Leuchtstoffröhre, Pflanzenlampen oder LED Grow Lampen.

Ihrem Lebensgefährten können Sie den Plan schmackhaft machen, wenn Sie zusätzlich frischen Salat selbst im Winter anbauen.

Erde

Beschaffen Sie sich thermisch behandelte Erde für Kräuter oder Tomaten. Ganz nett ist, dass diese zum Herbst hin in den meisten Gartencentern reduziert zu bekommen ist. Chili-Pflanzen aus dem Garten haben von einem regen Bodenleben profitiert. Im Winter muss dies drinnen nicht unbedingt sein.

Probleme bei der Überwinterung

Wir hatten es in dem vorherigen Abschnitt schon angesprochen. Sie umgehen viele Probleme die mit einem Schädlingsbefall zu tun haben, wenn Sie die Pflanzen vorher dem rein-holen mit Neem behandeln.

Neemöl wird aus Früchten den Neem oder Niembaumes gewonnen. Der natürliche Wirkstoff oder besser gesagt die Kombination von verschiedenen Wirkstoffen, werden von der Pflanze aufgenommen. Saugenden Insekten wie Blattläusen und Spinnmilben vergeht der Appetit vom Pflanzensaft. Es vergeht den Schädlingen die Lust an der Vermehrung und die Population verschwindet.

Während der ganzen Zeit kontrollieren Sie die Chili-Pflanzen auf Schädlinge. Schauen Sie alle paar Tage auch unter den Blättern nach. Wie Sie einem Schädlingsbefall bei Bedarf entgegentreten seht in diesem Beitrag.

Trockene Zweige abschneiden und welkes Laub gleich entfernen. Sonst kann es zu Problemen mit Schädlingen und Krankheiten kommen.

Ein anderes Problem im Winter ist Schimmel. Seltenes Lüften, zu viel Wasser, hohe Luftfeuchtigkeit tragen dazu bei. Wie Sie auch im Winter richtig gießen hatten wir bereits in einem früheren Teil beschrieben.

Konnten Sie Ihre Chilipflanzen mit in die neue Saison nehmen? Schreiben Sie einen Tipp im Kommentar!

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Von Drache veröffentlicht am Montag, den 16.05.2016
Letzte Bearbeitung war am 08.04.2017

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