Chili-Pflanzen schärfer machen

Um vorhandenen Chilis schärfer zu machen, können Sie zu ein paar Tricks greifen. Eigentlich wird die Schärfe im wesentlichen durch die Chilisorte bestimmt. Da der Schärfegrad ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl von Chilis ist, ist der Scoville Wert meist im Internet oder auf der Samenpackung zu finden.

Auf natürliche Weise wird die Schärfe der Chilis vom Erntezeitpunkt, von den Nährstoffen und der Sonnen-Menge beeinflusst.

Bild brennende Chili

Grüne oder rote Chilischoten

Bei der gleichen Chili sind reife Schoten schärfer. Viele Chilis werden rot, einige bleiben gelb oder orange. Reifen Chilis länger, kann mehr Capsaicin produziert werden. Bei überreifen Früchten singt der Gehalt jedoch wieder. Vorsicht: eine grüne Trinidad Scorpion brennt teuflischer als eine rote Cayenne.

Die Scoville-Skala gibt den Schärfegrad in SHU (Scoville Heat Units) an. Von 0 für keine Schärfe über etwa 6000 bei Jalapenos bis hin zu über zwei Millionen für Carolina Reaper Chilis.

Das Capsaicin hat seine höchste Konzentration in der Chilischote bei den Samen. Gebildet wird das Alkaloid, welches bei Menschen und Säugetiere Schmerzrezeptoren reizt, um deren Samenkörner zu schützen. Vögel dagegen nehmen das Capsaicin nicht wahr. Chilis haben sich also im Laufe der Evolution entschieden, ihre Samen von Vögel verbreiten zu lassen. Dieses erfolgreiche Konzept der Vermehrung und Verbreitung trägt den wissenschaftlichen Namen Ornithochorie.

Sind ihre Chilipflanzen nicht scharf genug?

Chilipflanzen können dazu gebracht werden mehr Capsaicin zu produzieren, wenn Sie befürchten, das ihr Saatgut verschwendet oder zerstört wird.

Es gibt verschiedene Ansätze, den Schärfegrad von Chilis zu erhöhen. Keiner wurde jedoch ausreichend wissenschaftlich erforscht. Alle haben jedoch eines Gemeinsam: Chilipflanzen in Stress zu versetzen.

Wenig Wasser

Diesen Hinweis haben Sie bestimmt öfters gelesen. Er ist auch am schnellsten um zu setzen. Erst wenn die Blätter welk werden, wird gegossen. Nie mehr als unbedingt notwendig, um gerade Ihre Pflanze am Leben zu halten. Der Nachteil dieser Variante ist, dass Aroma und Erntemenge leiden. Diese Methode kann am besten erst einige Tage vor der Ernte angewendet werden.

Viel Feuchtigkeit

Capsaicin wird von Chilipflanzen gebildet, damit nur Vögel die Beeren samt Samen fressen und damit verbreiten. Ein weiterer Grund für die Capsaicin-Bildung ist die Abwehr vor Schimmelpilzen. Ein solcher Fusarien-Befall kommt in Feuchtgebieten häufiger vor.

Bild feuchte Chilischote

Eine feuchte Umgebung führt bei Chilis zu einer höheren Samenproduktion und damit zu mehr Capsaicin in der Plazenta. Gesteuert wird dies, nach Aussage von Forschern, über eine Öffnung von Spaltöffnungen(Stoma), die für einen Ausgleich mit der Umgebung sorgen. Dies würde auch die besonders scharfen Sorten der Capsicum chinense erklären, welche ursprünglich aus dem Amazonasbecken stammt.

Denken Sie nur daran, dass Chiliwurzeln keine Staunässe vertragen. Bei einem nassen Erdreich wird ihnen die Capsicum-Pflanze bald eingehen.

Wurmdünger

Amerikanische Züchter schwören auf Wurmkot. Frischer Dünger von Würmern ist hoch konzentriert. Ein prächtiges Wachstum und hohe Ernte-Erträge sind der Nutzen. Nach der Theorie der High-Power Chili-Züchter bewirkt der Wurmdünger, dass die Pflanzen vermuten ein Wurm-Angriff würde bevorstehen. In der Folge wird mehr Capsaicin in den Chilischoten produziert. Das treibt den Scoville-Wert nach oben. Man kann skeptisch sein, aber der Erfolg gibt ihnen recht.

 

Den speziellen Dünger bekommen Sie auch in Deutschland von verschiedenen Händlern und Hersteller angeboten.

Schärfere Sorten in der Nähe pflanzen

Konkurrenz belebt das Geschäft. Falls sich stärkere Mitbewerber in der Nähe der Pflanze befindet, hat sie unter Umständen das schlechtere Blatt. Um sich bei der Vermehrung durchzusetzen, bedarf es dann mehr Anstrengung.

Es kann also nicht Schaden zu Ihren vorhandenen Jalapeños noch ein paar Jolokias oder Carolina Reaper zu setzen. In vielen Gärtnereien bekommen Sie ausgewachsene Habanero-Chilipflanzen. Spätestens im Versandhandel auch die schärfsten Sorten.

Gras

Zwischen Gras und Chili scheint es eine natürliche Feindschaft zu geben. In Fachinformationen an US-Farmer ist regelmäßig der Hinweis, dass die Felder unbedingt vor der Aussaat von Gräsern befreit werden müssen. Ein regelmäßiges entfernen von Unkraut, gerne auch von Hand, wird empfohlen.

Vor kurzem wurde der Schärfegrad von Chilis auf benachbarten Felder gemessen. Dabei stellten Forscher fest, dass Früchte vom Feld mit mehr Grasanteil auch einen höheren Capsaicin Gehalt hatten.

Welche Möglichkeiten Chilipflanzen zu pimpen kennen Sie noch?

Das könnte Sie auch interessieren:

Von Drache veröffentlicht am Montag, den 21.03.2016
Letzte Bearbeitung am 22.04.2017

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.