Chili Geschichte, Herkunft und Verbreitung

In der Geschichte gab es bis zum Jahr 1492 Chilis nur auf dem amerikanischen Kontinent. Verbreitet waren sie vom Süden der heutigen USA bis nach Argentinien. Kleinere Beeren der Capsicum Wildarten wurden schon vor 8.000 v. Chr. in der Tehuacán-Ebene (Mexiko) von Ureinwohnern gepflückt.

Als die ersten Menschen dort teilweise sesshaft wurden, fingen sie auch gleich an Chilis anzubauen. Es hat etwa zwei tausend Jahre gedauert, bis aus den pflückenden Nomaden die ersten Chili-Bauern von Dauer wurden.

Bild gesammelte wilde Chilis

Chili-Anbau vor rund 8.000 Jahren

Der Mensch lebt nicht nur von Chilis alleine. So wurde auch Kürbis, Avocado und Kiwicha – der Hirse ähnlich – gezüchtet und geerntet. In der Geschichte zwischen 8.000 und 5.000 vor Christi gab es schon erste Chili-Liebhaber, welche wilde Chilipflanzen gezielt auf Ertrag züchteten.

Es sind heute noch etwa 28 Wildformen bekannt. Aus einer dieser wilden Arten gingen erste domestizierte Chilis hervor. Archäologische Funde in Oaxaca, ebenfalls in Mexiko, lassen vermuten, dass die erste gezüchtete Art eine Capsicum annuum war. Chilis sind einer der frühsten domestizierten Nutzpflanzen in Amerika.

Wildformen der Chilis

Eine mögliche Wildform, von der die große Familie Capsicum annuum stammen könnte, ist Chiltepin (Capsicum annuum var. glabriusculum). Vermutlich war Sie auch Namensgeberin der scharfen Paprika. Das Wort Chili könnte von Chilpoctli, Chiltecpin oder Chiltepin aus der Azteken – Sprache abstammen.

Im heutigen Bolivien hatte sich Capsicum pubescens etabliert. In den Höhenlagen der Anden kam sie mit den kühleren Temperaturen besser zurecht. Nah verwandt mit den behaarten Baumchilis ist die wilde Capsicum eximium. Sie hat wie die pubescens typischen lilafarbenen Blüten. Der Capsicum Wildtyp bildet allerdings kleinere, runde Chili-Beeren.

Es ist unklar, ob Eximium die Urform der pubescens ist. Diese beiden Arten können sich jedoch gegenseitig bestäuben. Daher kommt es häufig zu Hybriden, welche kaum eindeutig zu bestimmen sind. Für eine Kreuzbestäubung ist pubescens wegen der Anzahl der Gene zu weit von den Capsicum Arten: annuum, chinense, frutescens und baccatum entfernt.

Die hauptsächlichen Verbreitungsgebiete der Chili in der Geschichte von Amerika vor 1492 sehen Sie auf dieser Karte:

Bild Chili Verbreitung 1492

Verbreitung der Chiliarten bis 1492

Kolumbus findet an Chilis Geschmack

Im Oktober 1492 entdeckte Christophorus Columbus die Neue Welt. Anfang November sandte er zwei Spanier aus um auf den Antillen-Inseln nach schwarzen Pfeffer und Zimt zu suchen. Er gab Ihnen Gewürzproben mit, da sie sich bei den Ureinwohnern nur mit Zeichensprache verständigen konnten.

Beide Kundschafter berichteten Columbus zwei Tage später, dass Sie Indianer getroffen haben die große Mengen an Zimtrohr transportierten. Weiterhin hatten Sie bei den Indianern rote Beeren in der Größe von Nüssen gesehen. Sofort machten sich die Matrosen zu den Stellen auf, wo das Zimtrohr wachsen sollte. Die Enttäuschung war bestimmt sehr groß als sich herausstellte das es sich nicht um Zimtrohr handelte. Zu der Zeit war Zimt als auch Pfeffer teure Gewürze mit dem Wert von Gold.

Kurz vor seiner Rückreise von der westindischen Insel Hispanola nach Spanien notierte Columbus das einheimische Wort „Axi“ für Chilis im Bordbuch. Er fand das „Axi“ (Aji) geschmackvoller und gesünder sei als schwarzer Pfeffer (Piper nigrum).

Keiner der Ureinwohner würde etwas Essen ohne mit Chili zu würzen. Konquistadoren bestätigt die Aussage 20 Jahre später, dass Mayas und Azteken fast alles mit Chilis aßen. Auch Inkas wussten um die belebende Wirkung von Chilis und verzehrten diese gerne mit Kakao, Vanille und Tomaten(Liebesapfel) als Aphrodisiakum. Christopherus Kolumbus schätze, dass jährlich 50 Schiffsladungen mit Chili alleine aus La Isla Española (die spanische Insel) nach Spanien verschifft werden könnte.

Vertrag von Tordesillas

Nach der Rückkehr von Kolumbus machte sich der Papst Sorgen um den Frieden zwischen Spanien und Portugal. Es gab schon länger Streitigkeiten um die Handelsrouten entlang der Küste Afrikas.

Aufgrund von vorherigen Verträgen meldete Portugal nun auch Ansprüche auf das von Kolumbus entdeckte Land an. Erst nach dem Tod von Kolumbus wurde erkannt, dass es sich um einen neuen Kontinent handelte.

Kolumbus ging bis zu seinem Tod († 20. Mai 1506) davon aus, dass er einen westlichen Seeweg nach Indien gefunden hat. Unter dieser falschen Annahmen teilte der Papst per Vertrag die Welt in zwei Hälften auf. Eine portugiesische und eine spanische.

 

Gesetzt wurde die Grenze im Atlantik auf der Höhe Grönland im Norden und dem östlichen Brasilien im Süden. England und Frankreich gingen bei der päpstlichen Bulle und dem Vertrag von Tordesillas im Jahr 1493 leer aus.

Verbreitung der Chili nach 1493

In den nächsten 150 Jahren wurde Mittelamerika und die westliche Seite von Südamerika von Spaniern besiedelt. Portugiesen breiteten sich entlang der Ostküste um Rio de Janeiro und im Amazonasbecken aus. Besonders im Amazonasgebiet war die scharfen Capsicum chinense ursprünglich verbreitet. Für die schnelle weltweite Verbreitung sorgten portugiesische Seefahrer.

Entlang der Küste von Afrika hatten Portugiesen Häfen und Garnisonen angelegt. In diesen wurde bald mit dem Anbau der Chilis begonnen, nachdem erste Samen eingetroffen waren. Bei der einheimischen schwarzen Bevölkerung fanden Chilis schnell Einzug in die Küche. Nach dem Verzehr von feurig scharfen Chilis lässt sich ein heißes Klima besser ertragen.

Spanien und Portugal waren gierig nach Gold, Gewürzen und Tabak aus Amerika. Europäische Eroberer brachten viel Leid und Krankheiten nach Mittel und Südamerika auf der Suche nach Reichtum. An freiwilligen Arbeitern mangelten es jedoch. Als Sklaven erwiesen sich die durch Krankheiten gebeutelten stolzen Indios als ungeeignet. Die Arbeit lag Ihnen offenbar in Bergwerken unter Tage nicht.

Bereits 1510 wurden Afrikaner gefangen und als Sklaven nach Südamerika verschleppt. Etwa 100 Jahre später im 16. Jahrhundert kamen die ersten schwarz-afrikanischen Sklaven nach Nordamerika (Virginia) und brachten Chilis mit. Diese wurden in der Erde rund um die Sklavenhütten angebaut. Nordamerikanische Indianer waren nicht dafür bekannt, Chilis anzubauen und Landwirtschaft zu betreiben. Wilde Chilisorten wurden aber im Gebiet vom heutigen Arizona und Texas von nordamerikanischen Indianern gesammelt.

Als Vasco da Gama 1497 das Kap der Guten Hoffnung umfuhr und 1498 Indien erreichte, war das Monopol von arabischen, venezianischen und indischen Gewürz-Händlern gebrochen. Dadurch vielen die Preise der kostbaren Ware. Die Nachfrage der Bevölkerung nach Gewürzen stieg. Nun konnten diese nicht nur von Reichen zum Würzen von Gerichten und als Heilmittel verwendet werden.

Zum Ende des italienischen Krieges 1521 – 1526 fand die Chili auch ihre Bestimmung in Italien zur Peperoni gezüchtet zu werden. Auf dem Boden der Italiener wurden einige Gefechte ausgetragen mit der Beteiligung von Venedig, Genua und dem osmanischen Reich. Wahrscheinlich haben italienische Soldaten 1526 die Paprika bei den Türken geplündert.

Portugiesische Seefahrer landeten 1516 an der Mündung des Perlflussen in China. Bald errichteten sie hier zunächst ein Handelsposten mit Billigung der Chinesen. In den nächsten 40 Jahren entwickelte sich daraus eine ansehnliche Hafenstadt. Es ist wahrscheinlich das die Hafenstadt Macau einen großen Einfluss bei der Verbreitung der Chili im asiatischen Raum hat. Von hier lief auch der Handel mit Japan weiter, als China diesen 1547 verboten hatte.

Chili fand in China schnell Verbreitung. Die Chilisorte, welche im Amazonasbecken ihren Ursprung hatte, fand in der Geschichte über Afrika nach China ihren Weg. Einige hundert Jahre später, als die Capsicum chinense als eigenständige Sorte anerkannt wurde, vermutete man die Herkunft in China. Deshalb bekam die Chilisorte ihren Namen Capsicum chinense.

Über die Seidenstraße kam die Chili zuerst nach Hunan und Sichuan die bis heute für ihre scharfe Küche bekannt sind. Über die Handelsrouten ging es weiter für die Chili weiter nach Thailand, Nord-Indien, Pakistan, Türkei und Ungarn. Von Ungarn aus kam die Chili schließlich relativ spät nach Osteuropa und Deutschland.

Auch nach England dauerte es eine ganze Weile bis die Chili dort als Madras-Curry Freunde fand. Englische Soldaten die in Indien ihren Dienst taten und die indische Küche zu schätzen lernten, konnten die restliche Insel von den Vorzügen der scharfen Küche überzeugen. Bis heute scheint nur noch Frankreich gegenüber den feurig scharfen Schoten zurück haltend zu sein.

Vor 500 Jahre wurde das Nachtschattengewächs mit den scharfen Schoten von Spaniern und Portugiesen erst nach Europa gebracht. Von hier aus startete die Frucht ihre Karriere zum beliebtesten Gewürz. Heute wird es überall in den Tropen bis in die gemäßigten Zonen angebaut.

Von Drache veröffentlicht am Sonntag, den 24.01.2016
Letzte Bearbeitung am 11.04.2017

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