Chili-Pflanzen Blüten bestäuben

Jede Blüte einer Chili, Habanero oder Peperoni kann sich selbst bestäuben. Damit die Pflanze Chilis bilden kann, brauchen Pollen nicht von anderen Blüten übertragen zu werden. Im Gegensatz zur Selbstbestäubung gibt es noch zweihäusige Nachtschattengewächse. Bei diesen gibt es männliche Pflanzen, welche Blüten von weiblichen Gewächse Fremdbestäuben. Ein bekanntes Beispiel dafür sind Hanf-Pflanzen.

Bild Rocoto Blüte

Im Garten und auf dem Balkon übernehmen Bienen und Insekten die Bestäubung von Chilis. Sie werden vom Nektar angelockt. Auch Wind übertragt den Blütenstaub auf andere Blüten und befruchtet diese dadurch. Wachsen Ihre Chilis draußen im Garten oder auf dem Balkon, brauchen Sie sich über das Befruchten wenig Gedanken machen. Es passiert ganz von alleine.

Wann müssen Chilipflanzen bestäubt werden?

Falls Sie Indoor Chilis züchten, sollten Sie Ihre Pflanzen beim Vermehren unterstützen. Praktisch alle Zimmerpflanzen, von denen Sie Früchte oder Samen gewinnen möchten, werden zuverlässiger künstlich bestäubt. Im Haus kommt es selten vor, dass es zu einer Anemophilie (Windbestäubung) oder Zoophilie (Tierbestäubung) kommt.

In windstillen Gewächshäusern ist es effektiver selbst die Bestäubung der geöffneten Chili-Blüte sicher zu stellen. Selten verirrt sich eine Biene in ein geschlossenes Gewächshaus. Und selbst wenn, wird Sie kaum alle Blüten befruchten. Für Wind und eine gute Luftzirkulation können Sie ebenfalls einen Ventilator einsetzen. Eine Blüte die nicht bestäubt wird, bildet schließlich auch keine Chilischote.

Wenn sich Blüten an Chilipflanzen im Garten zu einer windstillen Zeit bilden und Bienen fern bleiben, können Sie auch hier Ihre Chilis selbst bestäuben. Es ist zu schade, wenn viele Blüten unbefruchtet abfallen. In einer solchen Situation, sollten Sie sich aber über die Umweltfaktoren Gedanken machen. Vielleicht legen Sie ein Wildbienen- oder Insektenhotel an, deren Bewohner zu einer besseren Bestäubungsleistung beitragen.

 

Bei wenigen Besuchern im Verhältnis zu den blühenden Pflanzen, wird die Habanero oft zuerst gemieden.

Chilis selbst bestäuben

Die Chili-Blüte wird bestäubt indem Pollen auf die Narbe des Fruchtblattes übertragen werden. Die Pollen werden leicht von Insekten übertragen, sowohl die Pollen als auch die Narbe sind klebrig.

Echthaar-Pinsel

Mit einem weichen Echthaar-Künstler-Pinsel oder Wattestäbchen können Sie Biene spielen und Blüten selber bestäuben. Am besten gehen Sie dabei systematisch von oben nach unten vor. Seien Sie dabei sanft und vorsichtig. Tupfen Sie jede Blüte mit kreisenden Bewegungen ab. Rollen Sie den Pinsel leicht zwischen den Fingern.

Den Pinsel verwenden Sie während der ganzen Blütezeit. Sollten Sie auf Sortenreinheit wert legen und eine Kreuzbestäubung verhindern, nehmen Sie für jede Chilisorte einen extra Pinsel. Rotmarder Echthaar- Pinsel bekommen Sie für ein paar Euro in Modellbau-Handel oder Künstlerbedarf. Wattestäbchen gibt es preiswert beim Discounter oder in der Drogerie. Wir bevorzugen einen weichen Pinsel der Größe 6.

 

Eine schnellere Methode Ihre Chilipflanzen zu bestäuben ist ein Schütteln der ganzen Pflanze. Für etwa drei Sekunden ruckeln Sie am Chili-Stamm. Durch Vibrationen löst sich der Blütenstaub und überträgt sich auf die gleiche Blüte oder legt sich auf andere Blüten. Oft wird diese Variante in größeren Gewächsanlagen angewendet, wo wenig Luftbewegung herrscht. Dort werden auch gerne elektrische Zahnbürsten verwendet, was die Arbeit deutlich schneller und einfacher macht. Zumal der Vorgang auch jeden Tag für eine möglichst hohe Ernte wiederholt werden muss.

Zum Erfolg des Bestäubens trägt eine Luftfeuchtigkeit von über 60 % bei. Die Temperatur sollte zwischen 20 – 28 °C betragen. Ab etwa 33 Grad Celsius fallen Blüten leicht ab.

Sortenreine Chili-Zucht

Chilizüchter die auf Sorten-Reinheit wert legen, sollten Chilipflanzen einen halben Kilometer entfernt pflanzen. Alternativ werden über die Chilis ein Pflanzenvlies gespannt.

 

Auch Teebeutel, die Sie um jede einzelne Blüte knoten, schützt vor Fremdbestäubung. In der Wohnung ist die Gefahr Capsicum-Pflanzen ungewollt zu kreuzen am geringsten. Natürlich nur, wenn die Sorten auf verschiedene Räume aufgeteilt werden.


Von Drache veröffentlicht am Montag, den 08.02.2016
Letzte Bearbeitung am 10.05.2017

3 Kommentare

  1. Der erste Abschnitt ist meiner Meinung nach etwas missverständlich formuliert. Hanf ist zwar ein gutes Beispiel für Pflanzen mit zweihäusigen Blüten aber kein Nachtschattengewächs sondern ein Hanfgewächs.

    Ich verwende für die Bestäubung der Indoor-Chiliblüten einen Vibrator in neutraler Farbe, den ich an einem Stab befestigt habe. So etwas ähnliches gab es früher in den Großgewächshäusern. Heute setzt man dort Hummelvölker ein.

    Wenn die Chilipflanzen Stützstäbe haben, helfen auch leichte Schläge mit einem Spazierstock gegen die Stützstäbe bei der Bestäubung. Das geht sogar schneller als mit anderen Methoden.

  2. Sonja Holzer says

    Es fliegen bei uns überhaupt keine Bienen,Wespen oder Hummeln.Die Luft ist sozusagen leer. Erschreckend. Von meiner Peperoni ist genau ein einziger Fruchtsnatz sichtbar. In unserem kleinen Reihenhausgarten hat ein Bienenstock leider keinen Platz (hab mir nämlich schon eine kleine Imkerei überlegt) Das ist sowieso für die Wildbienen keine Option. Denn um genau die geht’s eigentlich. Unsere Holzlege wäre ein tolles Angebot für sie. Auch die Insektenhotels unserer Nachbarin bleiben unbewohnt,weil nichts herumfliegt. Wenn wir mit dem Auto unterwegs sind,bleibt die Windschutzscheibe sauber. Ich hab meine Peperoni jetzt geschüttelt.Keine Insekten mehr,also bald auch keine Vögel mehr. Katastrophe

  3. Chilimichl says

    Ich weiß jetzt nicht wie aktuell dieser Artikel ist, aber er ist irreführend. Im ersten Absatz steht, Chiliblüten müssen NICHT bestäubt werden (wozu dann der Blütenstaub?). Weiter unten steht genau das Gegenteil, es sei eine Bestäubung sehr wohl notwendig… Was denn nun?

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