Takanotsume – japanische Habichtsklauen Chili

Takanotsume ist eine japanische Chilisorte, die bei uns unter Adler- oder Habichts-Klauen Chili bekannt ist. Wenn Sie sich ihre Chilischoten ansehen, braucht es nicht viel Fantasie, woher der Name kommt. Wie gebogene Krallen mit einer abgewinkelten Spitze sehen die Chilis aus.

Bild Takanotsume Habichtsklauen Chili

Die japanische Küche ist für wenig gewürzt bekannt. Eine Idee dieser Küche ist es, den guten Geschmack der einzelnen Zutaten zu erfahren. In Japan werden Sie daher selten super scharfe Gerichte finden, wie in Korea oder China. So gibt es nur wenige Chilisorten, die häufig in Japan gegessen werden. Die bekannteste dürfte Shishito sein. Die schärfste ist unsere Habichtsklauen-Chili.

Ihre Chilischoten werden gerne getrocknet verwendet. Meist als Pulver oder zu Flocken grob gemahlen. Ein bekanntes Gewürz ist das „Sieben Geschmäcker Chilipulver“ Shichimi .

Takanotsume (Capsicum annuum)

Die japanische Habichtsklaue Chilipflanzen gehören zur Capsicum annuum Art. Ihre volle Größe von 80 cm erreichen die Pflanzen nach etwa einem halben Jahr. Später trägt Massen von gefährlich scharf aussehenden Schoten. Diese sind rund 5 cm lang und reifen von Grün zu einem Lippenstiftrot ab.

Scoville

Die Chilischoten der Habichtsklauen Chili sind gegenüber den sonst typischen japanischen Chilisorten recht scharf. Auf der Scoville-Skala gemessen erreichen leuchtend roten Chilis leicht 100.000 SHU. Dies entspräche einen Schärfegrad von 9. Es ist jedoch nicht selten, dass bei manchen Chilipflanzen nur Chilis mit einem Schärfegrad von 5 wachsen. Beim Probieren von frischen Chilis sollten Sie immer vorsichtig antesten. Einen Schärfegrad von 5 werden viele Chili-Liebhaber als mild bezeichnen, eine neun brennt aber schon gewaltig.

Die Schärfe von frischen Schoten können Sie einfach durch das Entfernen der Samen erreichen. Beim Halbieren der Habichtskrallen Schote fallen sofort die riesigen Samenkörner auf. Noch nie zuvor haben wir so große Chilisamen gesehen.

Verwendung

Diese Chilisorte wird als Hauptzutat für das berühmte Shichimi verwendet. Das „Sieben Geschmäcker Chilipulver“ Shichimi besteht neben Samen von Hanf, Mohn, Sesam noch aus Algenblätter, Mandarinschalen und Bergpfeffer.

 

Shichimi wird seit fast 500 Jahren hergestellt. Als die Portugiesen 1543 in Japan mehr oder weniger versehentlich mit ihren Schiffen landeten, hatten sie vermutlich Chili im Gepäck. Erst 50 Jahre zuvor wurden „spanischer Pfeffer“ in Europa bekannt. Bis zur Entdeckung Amerikas wuchsen Chilipflanzen nur in der neuen Welt. Nun im Jahr 1543 gelangten Paprika-Gewächse vermutlich erstmals auf den Inselstaat.

Die meisten Chilischoten werden getrocknet und zu Pulver gemahlen. Dabei bekommen Sie noch einen Kick ins rauchige Aroma. Frisch schmecken die Schoten für Paprika sehr untypisch. Wie so oft ist deren Geschmack schwer zu beschreiben. Ich würde es mal so versuchen: frische Takanotsume Schoten schmecken wie reife, säuerlich Äpfel.

Takanotsume Chilipflanze

Es sind robuste Pflanzen die im Topf etwa einen halben Meter groß werden. Im Freiland oder großen Blumenkübel auch das Doppelte. Das Klima in Japan ist durch die Berge und vielen Bäche geprägt. Sie scheint auch bei kühleren Temperaturen und im Halbschatten ausreichend zu wachsen. Grundsätzlich liebt die Pflanze volle Sonne und viel Wärme, wie alle anderen Capsicum-Gewächse.

Anzucht

Die riesigen Adlerklauen Chilisamen keimen zuverlässig bei 22 – 28 °C.

Bild Takanotsume Samen

Takanotsume Samen, Foto: Thomas von Ledebur

Bis sich nach dem Einweichen und Aussaat der Samen das erste grün die Erdkruste durchbricht, vergehen etwa 14 Tage. Bei allen anderen Chilisorten achten wir auf eine Einpflanz-Tiefe von 0,5 cm. Hier buddeln wir die Samen gerne doppelt so tief ein.

Mit der Anzucht beginnen Sie 6 – 8 Wochen vor dem gewünschten Auspflanz-Termin. Hier bei uns sollte dies die Eisheiligen Mitte Mai minus den 8 Wochen sein. Pflanzen Sie die Samen spätestens Anfang April. Besser ist es schon im Februar zu beginnen und die Keimlinge mit künstlichen Licht am Wachsen zu halten.

Pflege

Chilis brauchen um gut wachsen zu können 10 Stunden Licht, Temperaturen über 20 °C und einen lockeren Boden. Für die Wurzeln ist es wichtig Sauerstoff auch im Boden tanken zu können. Bei zu nassem Boden oder verdichteter Erde wachsen die Pflanzen nicht und gehen sogar dann schnell ein.

Es sind schon mehr Chilipflanzen in der Wohnung kaputt gegossen worden, als vertrocknet. In einem eigenen Beitrag haben wir beschrieben wie Sie Chilis richtig gießen. Kurz gesagt: Nie zu viel und vorher immer mit dem Finger prüfen. Ist der Boden tabakfeucht, also ist eine leichte Feuchtigkeit zu spüren, ist alles OK.

Düngen

Für Pflanzen die wir im Haus oder Balkon züchten verwenden wir gerne ein Langzeit Dünger Granulat. In der Regel braucht Sie nur einmal Düngen, nachdem sich mehrere Blätter gebildet haben. Das Granulat ist ummantelt mit einer speziellen Schicht. Diese lässt die Nährstoffe nur langsam ins Erdreich übergehen.

 

Der Vorteil ist dann wenig Arbeit, optimale Versorgung der Pflanze während der ganzen Saison. Anfangs wird mehr Stickstoff zum Wachsen benötigt. Ab der Blütenbildung verstärkt Phosphor. Die kleinen Kügelchen sind echte Wunderwerke, dass die alles zur richtigen Zeit bereitstellen.

Warum wir Langzeitdünger für diese Pflanze verwenden ist jedoch die Geruchsbelästigung von organischen Dünger in der Wohnung und Büro. Im Garten wird bei uns im wesentlichen mit Bio-Dünger gedüngt.

Ernte

Etwa 80 Tage nachdem sich die Blüten bestäubt haben, reifen die ersten Chilis zu einem wundervollen Rot ab. Werden Sie nicht ungeduldig. Von den 70 – 80 Tagen bleiben die Chilischoten bis auf wenige Tage grün. Zeigt sich die erste Verfärbung am Ansatz der Krone, reifen die Schoten schnell ab. Hat sich die ganze Farbe gewechselt, lassen Sie sie noch 5 Tage an der Pflanze. In diesen Tagen verstärkt sich die Schärfe und das Aroma.

Überwintern

Capsicum annuum sind einjährige Chilipflanzen. Annuum ist jährlich. Doch Sie können alle Chilis mindestens einmal im Haus überwintern lassen. Bekommt Ihre Chili Frost, wird sie unter Garantie eingehen. Sinken die Nachttemperaturen unter 15 °C geht es bei uns langsam ins Heim.

Die Habichtskrallen Chili lassen wir meist in einem 25 cm Blumentopf. Daher brauchen wir nur nach einer vorsorglichen Behandlung mit Schädlingsfrei die Pflanze ins Haus zu holen. In einem eigenen Beitrag haben wir die Überwinterung von Chilis genauer beschrieben.

Sortenname Takanotsume
Art Capsicum annuum
Herkunft Japan
Pflanzengröße 60 – 80 cm
Reifedauer 70 – 80 Tage
Scoville 100.000 SHU
Keimdauer 8 – 14 Tage
Keimtemperatur 22 – 28 °C
Pflanzabstand min. 60 cm

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Von Drache veröffentlicht am Freitag, den 23.12.2016
Letzte Bearbeitung am 03.08.2017

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