Chili-Pflanzen Schädlinge

Schädlinge für Paprika und Chili-Pflanzen können jederzeit und überall zuschlagen. Bevor es jedoch zum Befall der Pflanzen kommt, können Sie dem mit sinnvollen Gegenmaßnahmen entgegenwirken. Als Belohnung für Ihre Weitsichtigkeit wachsen Ihre Chilis ungestört und sorgen schließlich für feurige Ernte.

Bild Marienkäfer & Blattläuse

Gesunder und kräftiger Wuchs von Chilipflanzen wird im wesentlichen auf zwei Arten gehemmt. Zum einen sind es ungünstige Umwelteinflüsse wie Nässe, Wind, schlechter Boden, niedrige Temperaturen und mangelndes Licht. Auf diese können Sie leicht positiv einwirken. Schlecht ist ein allerdings ein unverhoffter Schädlings-Befall. Schnell kann sich dieser in Ihrer Chilizucht ausbreiten. Wie Sie sich gegen ein solches Desaster wappnen oder für Chilis schädlichen Insekten natürlich bekämpfen, erfahren Sie hier.

Das Wichtigste zuerst: Den Feind so früh wie möglich sichten und eindämmen. Ein häufiges Kontrollieren der Pflanzen ist damit eines der wichtigsten Abwehrmaßnahmen gegen Schädlinge und Krankheiten. Achten Sie auf feine Spinnfäden, klebrige und unnatürliche Verfärbungen an Blättern. Untersuchen Sie auch die Blatt-Unterseiten. Viele Schädlinge verstecken sich dort. Eine Lupe hilft Ihnen, Störenfriede zu erkennen und zu identifizieren. Kenne deine Feinde.

Schädlingsbefall vorbeugen

Gerade wenn Sie eine Chemiekeule vermeiden wollen, sollten Sie einige Tipps von weisen Gärtnern mit grünen Daumen befolgen. Draußen im Garten reguliert sich ein Schädlingsbefall automatisch. Die Fressfeinde der Schädlinge folgen auf dem Fuße bzw. dem Fühler. Marienkäfer sind zum Beispiel perfekt, um eine Läusefarm einzudämmen.

Natürliche Feinde

Marienkäfer können Sie im Garten einfach halten, indem Sie Winterquartiere in Form von Laub und Reisig-Haufen anbieten. Igel, die Ihnen helfen, gegen Schnecken vorzugehen, überwintern auch gerne in einem solchen Laubhaufen. Für Florfliegen, ebenfalls emsige Helfer gegen Blattläuse, stellen Sie Florfliegenhäuser auf. In der mit Stroh befüllten Kammern der Insektenhäuser nisten diese gerne. Räuberische Nematoden finden Sie im Versandhandel. Diese dezimieren Ihre Feinde und deren Opfer meist im Handumdrehen.

 

Manchmal hilft bei gut sichtbaren Schädlingen wie Läusen, diese mit dem Gartenschlauch abzuspritzen. Schnecken können Sie selbst aufsammeln oder – wer mag – Nachbarkinder dazu animieren.

Fruchtfolge

Achten Sie im Garten auf eine Fruchtfolge. Gerade dem Befall von Nematoden im Boden gehen Sie damit aus dem Weg. In der Praxis umgesetzt werden Chili-Pflanzen jedes Jahr in ein anderes Beet gepflanzt. Natürlich sollte der neue Standort genau so guten Boden haben und viel Sonne abbekommen, wie das Stückchen Garten vom letzten Jahr.

Gelbsticker

Eine weiße Fliegen- und Trauermückenplage beugen Sie vor, indem Sie von Anfang an Gelbsticker aufhängen. Gerade im Gewächshaus und Indoor kann sich eine Plage als unangenehm erweisen. Besser Sie fangen einzelne fliegende Insekten von Anfang an ein, als es später mit deren gesamten Nachkommen aufnehmen zu müssen.

Mischkultur

Chilis gedeihen manchmal in der Nachbarschaft von anderen Pflanzen besser, als ohne Pflanzenfreunde. Kräuter mit einem hohen Anteil an ätherischen Öle vertreiben unliebsame Insekten. Chilis wiederum sind auch nützlich für andere Gemüsesorten. In einem Beitrag sind wir schon auf gute und schlechte Nachbarn von Chili-Pflanzen eingegangen.

Gegenmaßnahmen

Bei einem Befall von Zimmerpflanzen sollten Sie so bald wie möglich Gegenmaßnahmen unternehmen. Eine natürliche Regulation durch Nützlingen kommt in der Wohnung seltener vor.

Draußen als auch drinnen entfernen Sie befallene Pflanzenteile. Besser Sie opfern einen Ast oder eine Chilischote, als ein weiteres Ausbreiten zu riskieren. Im schlimmsten Fall müssen Sie sich auch von einer ganzen Chilipflanze trennen.

Bei der Auswahl wird meist wenig auf resistente und tolerante Sorten geachtet. Bei Chilis steht ja schließlich der Schärfegrad und das Aroma zurecht an erster Stelle. Vielleicht nehmen Sie aber auch den einen oder anderen Hybriden mit auf. Diese sind gezielt gekreuzt, um mehr Ertrag oder eine robustere F1-Pflanze zu erschaffen.

In der Wohnung und Balkon verwenden Sie am besten sterilisierte Erde, welche thermisch behandelt wurde. Krankheiten und Schädlinge werden durch Erhitzen unschädlich gemacht.
Gute Pilze und Bodenbakterien verdrängen meist auch deren schlechten Artgenossen. Dünger mit einem Anteil an Boden verbessernden Bakterien und Mykorrhiza-Pilze können Chilis stärken und unliebsame Gäste verdrängen.

Chili Schädlinge bekämpfen

Sollte trotz aller Vorsicht zu einem Befall kommen, brauchen Sie nicht gleich die Chemiekeule zu schwingen. Wenige Schädlinge sind meist kein Problem für gesunde Pflanzen. Sie brauchen sich also nicht um Ihre zukünftigen Chilischoten unnötig Sorgen zu machen. Ein wenig Toleranz bei ein paar Läusen schadet nicht. Im Freiland reguliert sich das auf eine natürliche Art und Weise.

Sehen allerdings Ihre Pflanzen kränklich aus, ist es mit den eigenen Abwehrkräften nicht gut bestellt. Versuchen Sie zuerst den Grund für schlechtes Wachstum abzustellen. Natürliche Schädlingsbekämpfungsmittel regulieren sanft. Aus eigener Erfahrung zählt Neemöl und Neem-Pulver dazu, welches wir gerne beim Anbau von Chilis einsetzen.

Bei einigen Problemen, unter anderem bei Pilz und Virenbefall, ist Chemie unvermeidbar. Achten Sie dann unbedingt peinlich genau auf deren Packungsbeilagen. Im Fachhandel und Gartenzentren können Sie sich beraten lassen.

Häufige Chili-Schädlinge

Spinnmilben

Ein teuflisches Ungeziefer, welches gerade bei Chilis auf der Fensterbank erbarmungslos zuschlägt. Die Ursache für die schnelle Ausbreitung liegt meist an trockener Heizungsluft. Besprühen Sie Ihre Chilis regelmäßig mit Wasser und achten auf feine Spinnfasern. Durch den anhaftenden Wassernebel sieht man dieses Schädlingsbild deutlich. Sind welche vorhanden, heißt es handeln. Zur Bekämpfung und Vorbeugung verwenden wir gerne Neemöl. Neemöl ist ein biologisches Pflanzenmittel von den Früchten des Neem oder Niem-Baum.

 

Blattläuse

Blattläuse saugen die Pflanzensäfte aus der Chilipflanze. Meist erkennt man die Tierchen mit bloßen Augen oder an einer klebrigen Schicht. Schäden an den Chilis sind verkrüppelten Blättern und Knospen. Besonders gefährlich werden die saugenden Schädlinge, wenn Sie Pflanzenkrankheiten und Viren übertragen.

Im Garten ist das Problem meist zu vernachlässigen. Brenneseljauche als Pflanzenstärkungsmittel hilft schon ganz gut. Stabile Chilipflanzen können mit dem Gartenschlauch oder in der Badewanne abgespritzt werden. Bei Jungpflanzen und starken Befall hilft Neemöl oder verschiedene Schädlings-frei-Mitteln. Diese können Sie zum Beispiel im Baumarkt kaufen. Als Nachbarpflanzen eignen sich Bohnenkraut und Lavendel, um Blattläuse zu vertreiben.

Trauermücken

Trauermücken sind kleine schwarze Fliegen, die meist durch Blumenerde oder Kokoserde von minderer Qualität eingeschleppt werden. Begünstigt wird eine schnelle Entwicklung durch ständig feuchte Erde. Lassen Sie die oberste Schicht abtrocknen, bevor Sie neu gießen. Zwei Tipps, die oft zu hören sind: zu einem Streichholzköpfe in den Boden zu stecken. Zum anderen: oft hilft es mehr, die oberste Schicht mit Sand abzudecken. In kleinen Mengen bekommen Sie Quarzsand in der Aquarium-Abteilung im Zoobedarf.

Eine wirklich empfehlenswerte und wirksame Lösung gegen fliegende Pflanzenschädlinge sind Gelbsticker.

 

Legen Sie diese so bald wie möglich aus, wenn Sie die ersten Trauermücken entdecken. Auch diese vermehren sich auf eine unangenehme Weise sehr schnell.

Weiße Fliege

Das Schadbild bei weißen Fliegen ist ähnlich dem der Blattlaus. Honigtau, also eine klebrige Schicht, ist auf den Blättern zu erkennen. Die fliegenden Insekten werden etwa 3 mm groß und fallen dadurch schnell auf. Hier helfen Gelbsticker.

Ein beliebtes und sanftes Hausmittel gegen allerlei Insekten ist Rapsöl. Fertig gemischt bekommen Sie es als Pflanzen-Mittel. Selber herstellen können Sie es einfach, indem Sie 4 Teelöffel Rapsöl auf einem Liter Wasser geben. Dieses Gemisch ordentlich schütteln und mit einer Blumensprühflasche auf befallenen Pflanzen sprühen. Unterseite der Blätter nicht vergessen!

Eine Behandlung mit Neemöl nehmen wir jedes Jahr im Herbst vor. Etwa eine Woche bevor die Pflanzen in das Haus zum Überwintern geholt werden. Im Garten und auf dem Balkon regelt sich die Natur selbst. Im Haus verbreiten sich viele Schädlinge explosionsartig. Den Ärger mit den ungeliebten Mitreisenden können Sie oft durch eine vorherige Behandlung umgehen.

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Von Drache veröffentlicht am Sonntag, den 03.04.2016
Letzte Bearbeitung am 14.08.2017

ein Kommentar

  1. Klaus says

    Wegen des milden Winter haben wir im Norden schon mit vielen Raupen zu tun. Bisher haben die meinen Garten in ruhe gelassen. Ganze Hecken sind aber schon kahl gefressen. Kennst Du auch gute Tipps gegen Raupen?

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