Kokoserde für Chili-Pflanzen

Kokoserde ist ein natürliches Substrat aus Kokosfasern für Pflanzen. Die Fasern werden als Nebenprodukt beim Ernten von Kokosnüssen gewonnen. Kokos wächst in den Tropen schnell und ist in großen Mengen verfügbar. Deshalb gilt Kokossubstrat als besonders ökologisch und umweltfreundlich.

Bild Kokosnuss Fasern

Bis vor einigen Jahren wurden Kokosfasern noch entsorgt. Heute schätzen wir deren positiven Eigenschaften. Aus den Fasern wird unter anderem Erde, Fußmatten, Seile und sogar Isolierungen hergestellt. Kokos ist als Blumenerde eine gute alternative zu Torf. Zur Gewinnung von Torf wurden bereits einige wertvolle Moor-Gebiete trockengelegt und abgebaut.

Substrat für Anzucht und Anbau von Chilis

Kokoserde ist für den Anbau von Chilipflanzen ideal. Besonders bei der Anzucht überzeugen deren Vorteile. Kokosfasern nehmen das zehnfache ihres eigenen Gewichts an Wasser auf. Durch die lockere Struktur der Kokosfasern werden Wurzeln von Chili-Pflanzen optimal mit Sauerstoff versorgt.

Sind Wurzeln gut belüftetet, wachsen diese schneller und tragen zur üppigen Blüte und Ernte bei. Chilipflanzen gedeihen gut in einem leicht sauren Boden. Ein pH-Wert von 7 ist neutral. Werte unter dem sind sauer, darüber alkalisch. Kokoserden haben einen pH-Wert von 5,5 bis 6,5. Ideale Wachstumsbedingungen für Chili-Pflanzen.

 

Vorteil der Kokoserde bei der Anzucht ist ein geringer Anteil an Nährstoffen. Bei der Anzucht behindern Salze die Keimung der Samen. Erst nachdem sich die ersten echten Blätter bilden, benötigen Chilipflanzen Nährstoffe. Entweder Sie pikieren ihre Jungpflanzen in eine nährstoffreichere Erde oder düngen die Kokos-Erde. Das luftige Substrat vereinfacht das Pikieren. Die Wurzeln der Keimlinge werden nicht so stark beschädigt, wie bei einer kompakten Anzuchterde.

Bei der Herstellung der Kokos-Erde werden die Fasern geteilt und gewaschen. Gerade Kokos-Palmen welche am Strand wachsen, lagern Salze aus der Meeresluft ein.

Bild Strand mit Kokospalmen

Mit Süßwasser wird das Salz von der Kokosnuss gespült. Es bleiben dann in den Fasern nur wenige Nährstoffe zurück.

Daher ist es wichtig, schon bald nachdem Ihre Chilis Blätter bilden, diese mit Nährstoffe und Spurenelemente zu versorgen. Durch die Wahl des richtigen Düngers kann das Substrat für fast alle Pflanzen eingestellt werden. Für eine optimale Nährstoffversorgung bei Chilipflanzen düngen Sie mit Tomatendünger, besser noch mit einem speziellen Bio Chili-Dünger.

Immer mehr Pflanzen-Liebhaber verwenden Kokosblumenerde. Für Zimmerpflanzen und im Gewächshaus wird sie zunehmend für Kräuter, Erdbeeren, Kakteen, Tomaten und Chilipflanzen verwendet. Sogar Orchideen blühen prächtig darin.

Anzucht mit Kokos-Erde

Für die Anzucht in Mini-Gewächshäuser bekommen Sie praktische Kokos-Quelltabletten. Diese machen wenig Arbeit, sind platzsparend und schnell verwendbar. Chilisamen keimen in Kokos-Quelltöpfen unproblematisch, sofern die Temperatur konstant zwischen 22 °C und 27 °C gehalten wird. Prüfen Sie regelmäßig die Feuchtigkeit des Substrats.

Damit Quelltöpfchen nicht anfangen zu Schimmel, lassen Sie diese mindestens einmal am Tag Ablüften. Beim Gewächshaus auf der Fensterbank nehmen Sie die Haube zweimal am Tag für 5 Minuten ab.

Gegenüber anderer Anzuchterden konnten wir feststellen das Chilisamen im Kokossubstrat schneller keimen. Vermutlich gehen die Chilisamen rund vier Tage schneller auf, weil Sie gut mit Feuchtigkeit versorgt werden. Es kann auch am optimal eingestellten pH–Wert liegen.

Mischen mit Kokoserde

Die Bodenstruktur von Gartenerde wird durch Kokosfasern nachhaltig verbessert. Mischen Sie dazu Kokosfasern mit Erde im Verhältnis 1 : 1. Dadurch kann der Boden mehr Wasser speichern. Ebenfalls hilfreich, wenn ein wenig Perlit und Sand hinzu gegeben wird.

Für den Anbau von Chilis entsteht so ein perfektes Substrat. Die Wurzeln bekommen genug Luft und Feuchtigkeit steht ausreichend zu Verfügung. Durch die hohe Durchlässigkeit kommt es nicht zur Staunässe. Statt Garten- oder Blumenerde ist für Ihre Chilizucht Tomatenerde noch besser geeignet. Oft sind solche Erden für die ersten Wochen vorgedüngt.

Kokosziegel

Kokoserde kaufen Sie meistens in der Form eines getrockneten und gepressten Ziegels. Diese haben etwa die Form, Größe und Gewicht wie ein Pfund Kaffee. In einer Wanne legen Sie den Ziegel und geben etwa 4 Liter Gießwasser hinzu. Nach einer Stunde ist aus dem platzsparenden Brikett etwa 8 Liter Blumenerde geworden.

 

Wegen der kompakten, stapelbaren Form können Sie immer ein kleines Lager bereithalten, um bei Bedarf darauf zuzugreifen. Praktisch ist Kokoserde für die Bepflanzung auf dem Balkon, im Garten und für Zimmerpflanzen. Ein gängiges Produkt in vielen Baumärkten und Gartenzentren ist Kokohum Blumenerde von der Firma Neudorff. Für etwa drei Euro erhalten Sie sieben Liter gutes Kultursubstrat für Chilis.

Tipps zur Kokosblumenerde

Kokoserde sollte steril sein. Meistens ist das Substrat frei von Bakterien, Pilzen und anderen Organismen, welche den Pflanzen schaden können. Bei thermisch behandelten Kokossubstrate sind auch Eier von Insekten abgetötet. Sind Sie sich unsicher, verwenden Sie vorsorglich Gelbsticker.

Einige Züchter streuen Sand bzw. Gesteinsmehl auf die Oberfläche. Sollten vereinzelt Trauermücken oder kleine Fliegen schlüpfen, können sie sich dann nicht mehr vermehren. Viele Chili Züchter sterilisieren Ihre Substrate selbst im Backofen. Schaden kann es bei billigen Kokosziegeln nicht.

 

Durch die hohe Wasserspeicher-Kapazität fängt Kokos schneller an zu schimmeln. Ihre Chilipflanzen sollten nicht im nassen Substrat wachsen. Vor dem Gießen achten Sie darauf, dass die oberste Schicht immer etwas antrocknet. Gewächshäuser regelmäßig lüften lassen verhindert Schimmel. Bei Zimmer-Gewächshäusern befinden sich Lüftungs-Schieber in der Abdeckung, die Sie weiter öffnen, falls die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist.

Denken Sie daran, dass meistens Kokossubstrate nicht vorgedüngt sind. Ideale Voraussetzung für die Aussaat und Anzucht von Chili-Samen. Sobald Ihre Jungpflanzen nach den Keimblättern echte Blätter bilden, fangen Sie an zu Düngen.

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Von Drache veröffentlicht am Sonntag, den 17.01.2016
Letzte Bearbeitung am 13.05.2017

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