Abhärten: Chili-Pflanzen an Sonne gewöhnen

Chilipflanzen werde von manchen Hobby-Züchter schon ab Januar vorgezogen. Das soll den Chilis einen Vorsprung verschaffen, damit noch vor dem Spätherbst eine handfeste Ernte eingefahren wird. Ab Mitte Mai geht es dann für die Jungpflanzen nach draußen. Auf einem sonnigen Balkon oder unter freiem Himmel im schönen Garten.

Bild Chilipflanze in der Sonne

Wenn Sie von heute auf morgen alle Ihre Chilis nach draußen pflanzen, bringen Sie sich um die Mühe, die Sie mit Ihren Pflänzchen bisher hatten. Wind, Regen und Sonne würden unvorbereitet Schaden anrichten. Die Pflanzen müssen zuerst noch abgehärtet werden.

Chilis an Sonne, Wind und Wetter gewöhnen

Der Grund für eine Abhärtung ist, dass Ihre Chili noch nicht für das raue Außenklima bereit ist. Was fehlt, ist eine Cuticula. Dies ist eine Wachsschicht, deren Aufgabe es ist, vor Wasserverlust durch verdampfen zu schützen. Außerdem macht es das Grün widerstandsfähiger gegen Wind und Wetter.

Dazu kommt noch ein weit heftigeres Problem: fehlender Sonnenschutz. In der Wohnung gibt es üblich keine Quelle für ultraviolettes Licht. Schädliches UV-Licht gelangt auch nur zu einem geringen Teil durch Fensterscheiben. Weil Ihre Chili bisher nicht den aggressiven, kurzwelligen Strahlen ausgesetzt waren, brauchte kein Schutz aufgebaut zu werden.

 

Im prallen Sonnenlicht würden jetzt die Blätter schon nach wenigen Minuten durch Sonnenbrand welken. Für viele Junggärtner ist das überraschend. Pflanzen benötigen schließlich viel Sonne und Licht für eine lebenswichtige Fotosynthese.

Vorgezogene Pflanzen müssen zuerst an direktes Sonnenlicht gewöhnt werden. Während der Gewöhnungsphase bilden die Pflanzen eine natürliche Schutzschicht, ähnlich der Sonnenmilch.

Dies gilt nicht nur für Chili, sondern auch anderes Gemüse, wie zum Beispiel Tomatenpflanzen.

Wie lange müssen Chili Abhärten?

Chilipflanzen brauchen etwa eine Woche um sich mit Sonne, Wind und schwankenden Temperaturen vertraut zu machen. Ab April, besser Mai können Sie sich mit dem Abhärten beschäftigen. Im April, vor den Eisheiligen, unbedingt über Nacht die Chilis wegen den noch drohendem Nachtfrost wieder ins Haus holen.

Ein paar Tipps zum Vorgehen:

1. Tag:
Morgens oder am frühen Vormittag für etwa eine Stunde im Schatten an einem windgeschützten Platz.

2. Tag:
Gleicher Ort, gleiche Zeit. Diesmal aber für zwei Stunden. Nicht warten bis zum Mittag, denn dann brennt die Sonne am stärksten.

3. Tag:
Drei Stunden Outdoor-Aufenthalt, im Halbschatten

4. Tag:
Vier Stunden nach draußen Stellen. Diesmal kann die Gemüsepflanze einige Minuten direktes Sonnenlicht bekommen.

5. Tag
Na, wer weiß wie lange die Pflanze heute in die Sonne zum Abhärten kann. Wer mitgezählt hat, weiß die Antwort: fünf Stunden.

6. Tag:
Am frühen Nachmittag raus stellen und bis zum Anbruch der Dämmerung dort lassen.

7. Tag:
In den Garten oder auf den Balkon stellen, in der Nacht kontrollieren. Falls die Temperatur sich zu stark abgesenkt hat und die Pflanzen in Mitleidenschaft gezogen hat, kann die Chili nochmal ins Haus geholt werden.

Haben Sie einen grün, roten Daumen? Welche Erfahrungen haben Sie beim Abhärten von Chilis gemacht? Wie viele Tage setzen Sie an. Schreiben Sie es unten in den Kommentar!

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Von Drache veröffentlicht am Montag, den 21.03.2016
Letzte Bearbeitung am 27.08.2017

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