Chilifäden selber machen

Chilifäden sind hauchdünne, getrocknete Streifen von Chilischoten. Es sieht aus wie rotes Stroh. Es würzt nicht nur Gerichte, sondern macht auch optisch was her. Chili-Fäden sind milder als Pulver oder Flocken aus denselben Chilischote. Dies liegt an der Art der Herstellung. Zuerst werden längliche Chilis aufgeschnitten.

Bild Chilifäden

Samen und Scheidewände vorsichtig und sauber entfernt. Dort befindet sich der größte Teil des Capsaicin. Zurück bleibt ein schmackhaftes Fruchtfleisch.

Chilifäden Herstellung

Die Herstellung von Chilifäden ist mit ein wenig Aufwand verbunden, aber das Produkt kann sich sehen lassen. Erst recht, wenn die Chilis aus dem eigenen Anbau kommen. Lange Chilis sind am besten geeignet. Habaneros und ungarische Paprika können ohne weiteres auch zu getrocknete Chili Fäden verarbeitet werden.

Das Fruchtfleisch der Chilis wird mit einem scharfen Messer in lange, dünne Streifen geschnitten. Die funktioniert ganz gut, wenn Sie die Chilischoten zuerst halbieren. Drücken Sie Chili-Hälfte auf ein Küchenbrett und schneiden Sie sorgfältig die Plazenta samt Samen heraus. Falls die Chili in Längsrichtung aufplatzt macht das nichts. Idealerweise liegt Sie ganz flach auf dem Küchenbrettchen auf.

scharfe Klingen

Als Messer verwenden wir ein Filetiermesser. Mit der elastischen Klinge kann gut entlang der Innenhaut entlang gefahren werden um die weichen, weißen Scheidewänden zu entfernen.

 

Ähnlich wie beim Filetieren von Fischen gelingt die einfach und ohne weiter das Fruchtfleisch zu verletzen. Wer ein Opinel-Messer hat, kann es damit auch versuchen. Opinel-Messer sind für das Schneiden von Chilifäden ähnlich gut geeignet. Mit einem Julienne-Messer werden Sie nur bei gleichmäßigen und dickfleischigen Chilis Erfolg haben. Wenn es aber klappt, sind die Streifen perfekt.

 

Mit einer dünnen Klinge schneiden Sie die Chili in dünne Streifen. Schön ist, wenn die Streifen gleichmäßig sind und etwa halb so breit wie hoch sind. Dies ist jetzt richtige Fleißarbeit. Falls Sie keine Lust mehr haben, die Chilifäden zu schneiden, denken Sie an das geschmackvolle und dekorative Ergebnis.

Backofen trocknen

Legen Sie die dünnen Chilifäden auf ein Ofen-Blech mit Backpapier. Die Chilistreifen sollten sich dabei nach Möglichkeit nicht berühren. Sonst backen Sie im Ofen schnell zusammen und brechen beim Trennen leicht. Jetzt haben Sie einen Vorteil gegenüber den trocknen von ganzen Schoten. Es geht jetzt deutlich schneller. Stellen Sie den Warmluftofen auf eine niedrige Temperatur ein. Schon 40 °C reichen. Die Ofenklappe lassen Sie einen Spalt offen, damit die überflüssige Feuchtigkeit entweichen kann. Nach rund 2 – 4 Stunden sind ihre selbst gemachten Chilifäden fertig.

Verwendung

Verwendung findet das Safran-artige Gewürz in Suppen, Salate, zu Pasta, Fisch, Hummer und hellem Fleisch. Schön auch als kleines Nest zur Zierde von Dips. Die Schärfe hält sich meist in Grenzen und er volle Geschmack der Paprika kommt zur Geltung. Falls Ihnen deren Herstellung zu aufwendig ist: Das scharfe Chili-Stroh bekommen Sie schon fertig in vielen Feinkost-Geschäften.

Manchmal auch beim Discounter. Wer gerne und gut kocht sollte einen kleinen Vorrat bereithalten. Perfekt bei scharfen Rezepten, bei denen das Aussehen eine Rolle spielt. Aufbewahren sollten Sie die Fäden an einem dunklen Ort mit ein paar Reiskörnern im Beutel oder Glas. Diese entziehen der getrocknete Chili überflüssige feuchte.

Warnung:

Ganz kurz gesagt: Wer beim Scheiden keine Einweg-Handschuhe trägt, um sich vor Capsaicin zu schützen ist selber schuld.

Falls Sie doch so unvorsichtig waren und die Schärfe jetzt brennt, gibt es eine Lösung. Reiben Sie mehrere male die Hände mit Pflanzenöl ein. Danach waschen Sie die Hände mit Seife ab. Das Öl sollte gerade unter den Fingernägeln und am Nagelbett einwirken können. Nach der fünften bis zehnten Wiederholung lässt die Schärfe langsam nach.

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Von Drache veröffentlicht am Sonntag, den 29.05.2016
Letzte Bearbeitung am 29.05.2017

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