Tabasco Chili-Pflanze

Tabasco ist der häufigste genannte Name einer Chilisorte. Berühmt durch die Tabascosauce, welche aus deren Schoten hergestellt wird. Im mexikanischen Bundesstaat Tabasco wird in einem subtropischen Klima viel Landwirtschaft betrieben. Eine hohe Luftfeuchtigkeit, das sonnig, warme Klima und eine nährstoffreiche Erde macht Tabasco zum perfekten Landstrich um Chilis anzubauen.

Bild Tabasco-Pflanzen

An der mehrjährigen Chilisorte bilden sich schmale 4 – 5 cm lange Chilischoten. Wenn die Chilis rot werden, ist es Zeit für die Ernte. Tabascopflanze können leicht bis zu 4 m hoch wachsen. In der Topfkultur ist sie mit einem Meter perfekt als Zimmerpflanzen geeignet. Schon im ersten Jahr kann mit einer Ernte von schmackhaften, roten Schoten geplant werden. Diese werden klassisch zu einer scharfen Soße verarbeitet.

Tabasco-Chilischoten haben einen Schärfegrad von 9 und liegen damit auf der Scoville-Skala bei 30.000 bis 50.000 Einheiten. An der Pflanze machen die Schoten was her. Sie wachsen aufrecht und während diese abreifen gibt es ein flammendes Farbspiel von grünen, gelben und roten Tabascoschoten.

Capsicum frutescens

Die Spezies der Capsicum frutescens haben im Gegensatz zu anderen Capsicum Sorten ein recht ähnliches Erscheinungsbild. Vermutlich haben Menschen diese Art schon lange kultiviert und auf gleichem Habitat selektiert. Meist sind die Früchte, Botaniker reden korrekterweise von Beeren, etwa 3 cm lang, bei einem Durchmesser von knapp einem Zentimeter. Sie erinnern an die Form eines kleinen Fingers.

Auffällig schön sind die weißen Blüten mit grünen Streifen. Wie bei den anderen Capsicum Arten kann sich die Chili-Blüte selbst bestäuben. Es reicht also eine Pflanze, um von ihr Tabasco Chilis zu ernten.

Meist wachsen die Gewächse ausladend buschig. Durch das Verholzen des Stammes und deren Äste wächst der Strauch auf eine stattliche Höhe. Zum Ernten der oberen Chilischoten bedarf es dann einer Stehleiter.

Herkunft

Es besteht bei der Tabasco Chili praktisch keinen Zweifel, dass sie aus den gleichnamigen Bundesstaat Tabasco in Mexiko stammt. Etwa um 1850 bekam Edmund McIlhenny von einem Veteranen des US – Mexiko Krieges ein paar getrocknete Chilischoten. Deren Samen pflanzte er und seine Frau im Garten des Hauses an.

Zwanzig Jahre später endete der amerikanische Bürgerkrieg. Besonders die Südstaaten hatte unter der Seeblockaden gelitten. Insbesondere die Versorgung der Bevölkerung litt darunter. Während und nach dem Krieg war das Essen in Louisiana und New Orleans fade.

So kam es, dass aus der Chili, welche von einem Soldaten aus Mexiko mitgebracht wurde, die berühmte Tabascosauce gezaubert wurde. Diese machte die Capsicum Pflanze zur berühmten Chilisorte.

 

Auf den Feldern um Avery Iland geht noch heute der Chef der McIlhenny-Company selbst auf die Felder, um besonders gelungene Exemplare mit einem Band zu markieren. Die Pflücker senden diese ausgezeichneten Schoten zur Saatgut-Entnahme.

Scoville

Durchschnittlich 40.000 Scoville Einheiten erreicht die Tabasco-Schote und hat einen Schärfegrad von 9. Je nach Anbaubedingungen und Erntezeitpunkt variiert die Schärfe von 30.000 bis 50.000 SHU (Scoville Heat Units). Tabasco-Chilis sind erst hell-grün und verfärben sich dann nach gelb, orange nach rot. Je roter die Früchte werden, umso schärfer werden sie. Original Tabasco Sauce hat ca. 2.500 Scoville.

Verarbeitung

Tabascosauce von McIlhenny werden zerstückelt und mit Salz aus eigenem Anbau vermengt. Die so hergestellte Maische wird drei Jahre in Eichenfässer gereift. Der Verglich mit gutem Wein hingt nicht. Denn wie auch beim Wein hat jeder Jahrgang seine feinen Nuancen.

Wussten Sie, dass es eine Tabasco Chili Schokolade gibt?
Tabasco Schokolade
Tabasco-Schokolade

 

Nach der Vergärung wird die Maische mit Essig versetzt. Etwa zwei Wochen später wird die Sauce von den Chilisamen gefiltert und angefüllt. Versuchen Sie erst gar nicht die Tabascosauce zu imitieren. Selbst wenn Sie es schaffen, zu dem Preis den Sie für das Original bezahlen, werden Sie es nicht schaffen.

Saucenherstellung

Original Tabasco Sauce ist kaum zu imitieren. Schaffen wir doch unsere eigene:

  • 500 g Tabascoschoten
  • 10 g Salz
  • 150 ml Stilles Mineralwasser
  • 300 ml Weißweinessig

Chilischoten entkernen und zerkleinern. Exakt 2 % Salz hinzugeben. Wasser und Essig hinzugeben. Das ganze in einem Mixer pürieren. Falls Sie einen Schreiner in der Nähe haben, fragen Sie nach ein paar Stäben getrocknetes, unbehandeltes Eichenholz.

Das Püree geben Sie in eine sterile Flasche mit weiten Hals. Ein Baumwolltuch über die Flasche spannen und mit Gummis befestigen. Arbeiten Sie möglichst steril. Eine Gärung sollte nun auch im Kühlschrank einsetzen. Bildet sich Schimmel auf der Oberfläche, ist das Projekt misslungen.

Nach vierzehn Tagen sollte unsere eigene Tabascosauce gereift aber nicht schlecht sein. Eine Geruchsprobe bringt Klarheit. Riecht es unangenehm, bitte nicht verzehren. Gießen Sie die Maische durch ein Sieb um die Kerne herauszufiltern. Danach mit einem Pürierstab glatt mixen.

Tabasco Chilipflanze

Tabascopflanzen sind mehrjährig Chilis die eine Höhe mehr als zwei Meter erreichen können. In unseren Gärten, Balkon und im Haus werden die Pflanzen etwa 1,5 Meter groß. Echter Tabasco auf den Feldern Louisiana wächst auch nur etwa schulterhoch. Das macht die Ernte der Feldarbeiter einfacher. Es ist möglich, dass zu hohe Chilipflanzen zurück geschnitten werden, um die Ernte im nächsten Jahr zu erleichtern.

 

Tabasco ist nicht schwer anzubauen. Chilisamen einfach in einem humosen Boden stecken. Erde leicht feucht halten und den Strauch wachsen lassen. Nach der Blüte brauchen die Schoten etwa 90 Tage bis sie rot geerntet werden können.

Insgesamt sind Capsicum frutescens pflegeleicht und bieten dabei einen hohen Ertrag. Allerdings gab es vor ein paar Jahrzehnten eine große Krise. In den 60 er Jahren gab es sagenhafte Ernteausfälle, weil der Tabakmosaikvirus große Teile der Tabascopflanzen wegraffte. Durch eine Züchtung von resistenten Sorte ist diese Gefahr heute gebannt.

Anzucht

Ihre Anzucht sollte im Januar oder Februar beginnen. Tabasco-Samen über Nacht im lauwarmen, verdünnten Kamillentee einweichen. Danach werden die gewässerten Samen in Kokosquelltabs etwa 1 cm tief eingepflanzt.

 

Für eine Keimtemperatur von ca. 25 °C sorgt günstig eine Heizmatte.

Etwa nach einer Woche werden sich Keimlinge zeigen. Spätestens drei Wochen nach der Aussaat sollten alle Tabasco-Samen gekeimt haben. Eine Keimquote von mehr als 75 % ist normal. Sprich von 10 Samen sollten sieben bis acht aufgehen.

Pflege

Bei Tabasco ist eines wichtig: Sonne, Sonne, Sonne. Substrat der Pflanze nach Möglichkeit immer leicht feucht halten. Staunässe bedeutet meist den sicheren Tod der grünen Pracht. Streuen Sie im Freiland und auf dem Balkon dunklen Mulch, das nimmt die Wärme der Sonne auf und hält die Feuchtigkeit im Boden. Tomatenerde mit einem neutralen bis leicht sauren pH-Wert von 6.5 ist perfekt.

In einem 10 – 20 Liter Eimer hat die Wurzel genug Raum. Ab Mitte Mai wird die Tabascopflanze an Sonne gewöhnt, denn es geht bald nach draußen. Im Eimer können Sie die Pflanze im Herbst zum Überwintern ins Haus holen.

Bei Temperaturen unter 15 °C in der Nacht kommt es zu weniger Fruchtbildung. Sinkt die Nachttemperaturen noch tiefer, verlieren Tabascopflanzen erst die Blüten, dann die Blätter und kann auch leicht eingehen.

Düngen

Regelmäßiges Düngen mit Paprika-Dünger trägt zur massiven Ernte bei.  Wir verwenden gerne Dünger aus dem biologischen Anbau. Bitte achten Sie beim Düngen auch auf einem pH Wert von 6 – 7. Mit einem Messstreifen oder einem Messgerät ist das leicht herauszufinden.

Ernte

Auf den Feldern in Louisiana benutzen die Pflücker eine einfache Hilfe: Ein etwa 15 cm roter Rundstab. Mit dem Stab wird bei der Ernte der perfekte Zeitpunkt bestimmt. Stimmt die rote Farbe mit denen der Chilis und deren Durchmesser überein, ist die Tabascoschote perfekt gereift und gewachsen. Je gleichmäßiger die Pflanze mit Wasser versorgt wurde, ohne diese zu übergießen, desto höher fällt die Ernte aus.

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Von Drache veröffentlicht am Sonntag, den 17.07.2016
Letzte Bearbeitung war am 13.04.2017

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